Die IBK tagte


Sitzung der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz (IBK) in Wislikofen/CH vom 27. Juni – 3. Juli 2004


Die Altkatholischen Bischöfe der Utrechter Union trafen sich vom 27. Juni bis zum 3. Juli 2004 in Wislikofen/Schweiz zu ihrer jährlichen Sitzung. Die Verhandlungen fanden in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre statt. Als Gäste konnten Bischof Fernando Soares von der Lusitanischen Katholischen Apostolischen Evangelischen Kirche in Portugal sowie Bischof Mike Klusmeyer und Dr. Tom Ferguson von der Episcopal Church in den USA begrüßt werden.


Schwerpunktthema


Während der Konferenz befassten sich die Bischöfe mit dem Schwerpunktthema „Rolle, Aufgabe und Selbstverständnis altkatholischer Geistlicher im Gegenüber zu einer säkularen Gesellschaft“. Das Einleitungsreferat hielt Dozent F. M. Grünewald, Leiter des praktisch-theologischen Kurses am Departement für evangelische Theologie der Universität Bern. Bischof Joachim Vobbe übernahm das Korreferat. Es ging dabei vor allem um die veränderten Erwartungen, die in der heutigen Zeit an Geistliche gestellt werden und wie diese damit umgehen. Thema war aber auch das Selbstverständnis, mit dem Geistliche ihr Amt ausüben, wie sie sich selber in diesem Amt sehen, welche Hilfestellungen und Anregungen man zukünftigen Geistlichen bereits in der Ausbildung mitgeben kann und muss, um sie auf ihr Amt vorzubereiten.




PNCC


Über das Ausscheiden der Polish National Catholic Church (PNCC) aus der Utrechter Union und den weiteren Kontakt mit ihr wurde kurz gesprochen. Die Gemeinde von Toronto, die zum kanadischen Bistum der PNCC gehört und sich von dieser Kirche trennen möchte, hat um Anschluss an die Utrechter Union nachgesucht. Sie wurde vorläufig unter den Schutz des Erzbistums Utrecht gestellt, bis weitere Abklärungen getroffen werden können.


Kontakte


Großen Raum nahmen die Kontakte zu anderen Kirchen ein. Bischof Soares informierte die Konferenz über die Geschichte, das Leben und die sozialen Projekte der Lusitanischen Kirche in Portugal. Mit den beiden Gästen aus der Episcopal Church, die wie alle anglikanischen Kirchen mit der Utrechter Union in voller kirchlicher Gemeinschaft steht, wurde über die Möglichkeiten zukünftiger Zusammenarbeit gesprochen. Diese soll unter anderem auch im Hinblick auf die häufigen Anfragen von Gemeinschaften aus den USA, die sich altkatholisch nennen und sich der Utrechter Union anschließen möchten, intensiviert werden. Die altkatholischen Kirchen sind bei ihren Abklärungen auf die vertrauenswürdigen Informationen ihrer Schwesterkirche angewiesen, da die religiöse Situation in den USA sehr unübersichtlich ist. Geplant ist auch eine regere Teilnahme an Bischofsweihen.


Ausführlich wurde auch über die Arbeit des Anglican-Old Catholic International Co-ordinating Council gesprochen. Das Mandat dieses Rates, der die praktische Umsetzung der kirchlichen Gemeinschaft zwischen den beiden Kirchen koordinieren soll, läuft demnächst aus. Nach der Evaluation der Arbeit in den letzten sechs Jahren und der Formulierung weiterer konkreter Ziele, wird dieses Mandat voraussichtlich verlängert werden.

Angeregt durch die guten Kontakte in den letzten Jahren ergriff die Bischofskonferenz die Initiative zur Aufnahme von theologischen Gesprächen mit der (lutherischen) Kirche von Schweden. Erstes Ziel dieser Gespräche soll der Informationsaustausch zu bestimmten Themen sein. Es kann dabei noch nicht von einem eigentlichen Dialog die Rede sein, sondern von einer Vorphase, die einen Dialog einleiten könnte.

Die Bischofskonferenz beriet auch über einige wichtige ökumenische Dokumente. Eine altkatholische Stellungnahme zum Studiendokument der ÖRK-Kommission Glauben und Kirchenverfassung über „Das Wesen und die Bestimmung der Kirche“, wurde in die Wege geleitet. Es wurde ebenfalls beschlossen eine Stellungnahme zur päpstlichen Enzyklika Ut Unum sint zu erarbeiten.

Weiter soll auch ein ökumenisches Direktorium erstellt werden, das als Orientierungspunkt für Gespräche mit anderen Kirchen dienen soll.


Die nächste Sitzung der IBK wird vom 19. bis 25. Juni 2005 in den Niederlanden stattfinden.

Amersfoort und Bern, 4. August 2004


Maja Weyermann

Informationsbeauftragte der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz