Die Zusammenarbeit stärken

Ergebnisse des Projektes „Führung und Unterstützung der Pfarrer“ sollen umgesetzt werden


Die Synode 2000 in Bad Herrenalb hat viele neue Impulse zum Thema Wachstum gegeben. Nach der Synode wurde in vielen Gemeinden begonnen, mit diesen Impulsen zu arbeiten. Auch die Synodalvertretung hat sich mit dem Arbeitsauftrag der Synode beschäftigt. Das Projekt „Führung und Unterstützung der Pfarrer“ wurde auf den Weg gebracht, nachdem ausführliche Gespräche gezeigt haben, dass ein wesentlicher Ansatzpunkt für das Wachstum unserer Gemeinden die Arbeit der Pfarrer ist. Wie in Christen heute berichtet, geht es bei diesem Projekt nicht zuerst um eine Kontrolle, sondern um die Frage, wie die Arbeit der Pfarrer besser und wirkungsvoller unterstützt werden kann. Als Ziele des Projektes wurden definiert:

1. Zufriedenheit der Gemeindemitglieder mit ihrem Pfarrer

2. Zufriedenheit der Pfarrer mit ihrer Tätigkeit

3. Starke Ausstrahlung der Kirche, die sich in Mitgliederzuwachs niederschlägt.

In zwei Phasen sollen diese Projektziele erreicht werden.

Phase1: Sammlung der notwendigen Informationen und Analyse der gesammelten Informationen durch Interviews mit Pfarrern, Pfarrersfrauen und Gemeindemitgliedern.

Phase 2: Umsetzung der gewonnen Erkenntnisse.



Roman Wettler, Unternehmensberater aus Zürich, hat das Projekt ehrenamtlich begleitet und zusammen mit der von der Synodalvertretung eingesetzten Kommission (Heidi Herborn, Mannheim; Christa Fluk-Hämmerle, Freiburg; Wolfgang Siebenpfeiffer, Stuttgart, Thomas Walter, Singen) durchgeführt. Anfang 2004 wurde die erste Phase abgeschlossen. Nach der Entscheidung der Synodalvertretung auf einer Sondersitzung im April dieses Jahres und nach Information und Diskussion bei der Gesamtpastoralkonferenz in Friedewald im Mai 2004, gemeinsam mit den nebenamtlichen Geistlichen, soll jetzt die zweite Projektphase beginnen.



Die Umsetzung der gewonnen Erkenntnisse geschieht in mehreren Teilprojekten, die sich mit dem Stichwort „Die Zusammenarbeit stärken“ beschreiben lassen. Die Analyse der in den Interviews gesammelten Informationen hat ergeben, dass durch eine verbesserte Kommunikation eine nachhaltige Verbesserung der Arbeit der Pfarrer und des Gemeindelebens erreicht werden kann. Das Schaubild zeigt was damit gemeint ist und nennt drei Teilprojekte, die begonnen werden sollen.


Zu den einzelnen Projekten:


Ziele und Planung in den Gemeinden


Durch eine jährliche Zielplanung soll die Gemeindearbeit effektiver werden. Diese Zielplanung geschieht in Kooperation zwischen Pfarrer, Kirchenvorstand und Dekan.


Der Dekan übernimmt dabei eine Moderatorenrolle; durch die Beteiligung des Dekans ist zudem gewährleistet, dass die Zielplanung innerhalb eines Dekanates besser vernetzt ist bei gleichzeitiger Berücksichtung der Unterschiedlichkeit der einzelnen Gemeinden. Die erarbeitete Zielplanung soll dann bei der Gemeindeversammlung diskutiert und verabschiedet werden. Am Ende des Jahres wird die Durchführung der Zielplanung reflektiert und für das kommende Jahr werden neue Ziele gesetzt. Zum Beginn dieses Prozesses macht jede Gemeinde eine Standortbestimmung und erstellt ein Gemeindeprofil.


Um zu erproben, ob diese Vorgehensweise den erwünschten Erfolg bringt und überhaupt durchführbar ist, soll dieses Projekt zunächst in einem sogenannten „Pilot-Dekanat“ durchgeführt werden. Nach einer Pilotphase von zwei bis drei Jahren werden die Ergebnisse dann ausgewertet und es wird entschieden, ob eine bistumsweite Umsetzung erfolgen soll. Als Pilot-Dekanat hat sich das Dekanat Südbaden zur Verfügung gestellt.


Feedback in den Gemeinden


Durch die Analyse der gemachten Interviews wurde deutlich, dass sowohl von Seiten der Pfarrer als auch von Seiten der Gemeindemitglieder zu wenig Rückmeldung gegeben bzw. empfangen wird. Feedback zu erhalten ist aber für die Pfarrer wichtig, um einschätzen zu können, ob sie mit ihren Angeboten richtig liegen. Da es keine Patentlösung gibt, die für alle gilt, ist es wichtig, dass in den einzelnen Gemeinden Feedback-Methoden gefunden und ausprobiert werden. Die Pfarrer können dann diese Methoden miteinander austauschen und so voneinander lernen.


Regionale Zusammenarbeit

Hier bestehen bereits gute Ansätze, die durch das Teilprojekt noch intensiviert und verbessert werden sollen. So zeigen z. B. die Dekanatstage, dass ein Bedürfnis zur Kommunikation über die Gemeinde hinaus besteht. Die Pfarrer sammeln in ihren Gemeinden Ideen zur Förderung und zum Ausbau der regionalen Zusammenarbeit. Diese Ideen werden auf der Pfarrerkonferenz besprochen und entsprechende Entscheidungen werden getroffen.


Neben diesen im Schaubild genannten Teilprojekten werden noch zwei weitere Projekte zur Unterstützung in Angriff genommen. Diese Teil-Projekte sind nicht auf der Ebene der Dekanate bzw. der einzelnen Gemeinden angesiedelt, sondern betreffen das gesamte Bistum.


Fortbildung für Pfarrer


Das Dozentenkollegium wurde beauftragt, für die Fortbildung der Pfarrer eine Liste mit Fortbildungsangeboten zusammenzustellen. Jeder Pfarrer erhält künftig eine Woche Fortbildung pro Jahr. Die Fortbildung wird mit dem Dekan abgesprochen und orientiert sich auch an den Bedürfnissen der jeweiligen Gemeindesituation.


Verwaltung und Informatik


Die Verwaltungsaufgaben nehmen Zeit in Anspruch, die für eigentliche Seelsorgearbeit fehlt. Ein einheitliches Verwaltungssystem könnte vielleicht helfen, viel Zeit zu sparen. Eine von der Synodalvertretung beauftragte Projektgruppe soll in den nächsten Monaten dazu ein Konzept erstellen, dass dann mit den Pfarrern diskutiert und umgesetzt werden soll.


Nichts wesentlich Neues, so denkt vielleicht die eine oder der andere, wenn sie und er diese Ergebnisse und die Vorschläge zur Umsetzung hören. Richtig! Was die Studie gezeigt hat bestätigt, was wir schon lange wissen. Das Wissen allein verändert allerdings noch nichts; damit sich etwas verändert, braucht es eine konsequente Umsetzung, an der alle mitarbeiten. Dazu laden wir, die „Wettler-Kommission“ und die Synodalvertretung, Sie alle herzlich ein.


Wir bitten Sie an den genannten Projekten konstruktiv und kritisch mitzudenken, damit wir die Zusammenarbeit auf den verschiedenen Ebenen unseres Bistums stärken können. So kommen wir den Anfangs genannten Zielen miteinander sicher ein Stück näher.


Thomas Walter