Ach wie schad, dass niemand weiß...


Das diesjährige Internationale alt-katholische Laienforum findet vom 12. bis 15. August in Linz, Österreich, statt. Als Gesprächsplattform für aktuelle Fragen in unserer Kirche und Austausch über die Bistumsgrenzen hinaus steht es allen interessierten Laien offen. In diesem Jahr wollen wir den Stolz und die Freude an der eigenen Kirche nach außen tragen.


Überall, wo sich engagierte Alt-Katholiken treffen und austauschen, hört man über kurz oder lang bedauernd: „Uns Alt-Katholiken und unsere Art von Kirche-Sein, kennt man kaum. Wir müssen einfach mehr in die Medien, wir gehen neben den großen Kirchen vergessen und verloren!“ So höre ich im privaten Gespräch, an der Synode und so ist es in den Antworten zu den Fragen der Erneuerung unserer Kirche zu lesen, die Bischof Fritz-René Müller letzten Herbst unseren Schweizer Gemeinden zustellen ließ.


Wer in den Medien vorkommt, ist wichtig - keine Öffentlichkeit ist gleichbedeutend mit Nichtexistenz, so die Gleichung in den Köpfen vieler Menschen, die unsere Kirche lieben. Ob diese Wahrnehmung so stimmt?


Zeigen, wer wir sind ...


Auch die Teilnehmenden am letztjährigen Internationalen Laienforum in Zürich hatten sich für Linz 2004 für dieses Thema entschieden: „Das Gesicht der alt-katholischen Kirche des 21. Jahrhunderts in der Öffentlichkeit” wird uns in den Gesprächen dieses Treffens interessieren. In den letzten Jahren haben sich die Laien aus den verschiedenen Kirchen der Utrechter Union an ihren viertägigen Foren im August um das Vertiefen ihrer Identität bemüht. „Wir sind die Kirche - aber welche?“, „Laien-Sein in der Kirche des 21. Jahrhunderts“ lauteten die Hauptfragen bei diesem Austausch im Gespräch und Gebet. Nun finden sie es an der Zeit, ihre Erkenntnisse daraus nach Aussen zu tragen.


...und befragen lassen


Wir werden uns mit verschiedenen Personenkreisen über unsere Kirche austauschen. Der erste Fragekreis geht an Journalisten: Wie kennt man unsere Kirche in den säkularen Medien? Wo sind die offenen Fragen und das Interesse an uns? Wofür ist in den Medien sicher kein Platz?

Für unsere ökumenischen Schwesterkirchen und ihre Medien lauten die Fragen ähnlich: Was wissen sie von der alt-katholischen Kirche? Was interessiert sie zusätzlich und wo sind für sie die Grenzen?


Daraus ergibt sich der dritte Fragekreis: Was wollen wir, dass es in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird? Von wem und warum? Was ist in allen Ländern und auf allen kirchlichen Ebenen gleich und was unterschiedlich? Wo wird was schon von wem getan und wo gibt es, vor allem für uns Laien, noch Handlungsbedarf? Brennende Fragen, die ein spannendes Laienforum erwarten lassen!


Internationales Forum


Nach dem Wunsch der Teilnehmenden am Alt-Katholiken-Kongress in Prag und den Entscheiden am Laienforum in Zürich soll das Forum mehr Kontinuität erhalten, aber auch mehr internationale Breitenwirkung. Deshalb versuchen wir, mit Landesvertretern für die jährliche inhaltliche Vorbereitung dem Laienforum eine marginale Struktur zu geben. Für die Organisation des Forums wird Gastgeberländern und der jeweiligen Ortsgemeinde aber viel Freiraum eingeräumt. Fest ist eigentlich nur ein Abschluss im üblichen Sonntagsgottesdienst unter Mitwirkung des Laienforums und ein gemeinsames Abschlussessen zum Austausch mit der Ortsgemeinde.

Für die Teilnahme braucht es nach wie vor keine Beauftragung. Jede(r) interessierte und engagierte Laie ist willkommen, Anmeldung genügt. Kleine finanzielle Möglichkeiten sollen dabei kein Hinderungsgrund sein; wichtiger ist uns der Wille zum Mitdenken, Mitreden und Mitteilen. So werden einzelne Personen und Gruppen auf Anfrage unterstützt. Damit hoffen wir, auch neue oder wieder Teilnehmende aus Frankreich, Italien, Kroatien, Polen und Slowenien in Linz begrüßen zu können.


Lisbeth Borer

Für das Internationale altkatholische Laienforum


Aus dem Christkatholischen Kirchenblatt