An Willibrords Grab

Wallfahrt von Anglikanern und Alt-Katholiken

Anglikanische und alt-katholische Bischöfe brachen am 7. September zu einer Wallfahrt an das Grab des Heiligen Willibrord in Echternach (Luxemburg) auf. Der angelsächsische Benediktiner Willibrord, geboren im Jahr 658 in Northumbria, gründete das Bistum Utrecht. Ab 690 missionierte er Friesland. Er starb am 7. November 739 in Echternach.

Von Deutschland aus pilgerten die Bischöfe bis zum Grenzort Bollendorf, wo sie zwei Tage später den Weg gemeinsam mit Laien aus beiden Kirchengemeinschaften fortsetzten. Höhepunkt der Wallfahrt war ein Pontifikalamt in der Basilika von Echternach am Samstagnachmittag. Hauptzelebrant und Prediger war dabei der alt-katholische Erzbischof von Utrecht, Joris Vercammen.

In seiner Predigt entfaltete der Erzbischof seine Gedanken zu einem Spruch des Heiligen Willibrord, den dieser einmal auf einem Kalenderblatt notiert hatte: „Ich freue mich im Namen des Herrn“. Im Namen des Herrn sei Willibrord nach Europa gesandt worden, und seine Demut, seine Selbstverleugnung und seine Glaubenshaltung seien der konkrete Ausdruck des „Namen des Herrn“ gewesen. Der Erzbischof betonte, wie das in der Zeit dieses Heiligen gewesen sei, so seien auch die Menschen von heute uns Christen anvertraut. Heute Kirchesein bedeute nichts anderes, als präsent zu sein in unserer Kultur und Zeugnis zu geben für die Solidarität, die wir vom Herrn selbst gelernt haben, damit neue und hoffnungsfrohe Perspektiven für unsere Zeitgenossen eröffnet werden.

An der Wallfahrt nahmen aus den alt-katholischen Kirchen die Bischöfe Joris Vercammen (Niederlande), Bernhard Heitz (Österreich), Fritz-Réné Müller (Schweiz), Wiktor Wysoczanski (Polen) und Joachim Vobbe (Deutschland) teil. Von anglikanischer Seite waren der Bischof von Gibraltar in Europa, Geoffrey Rowell, und Suffraganbischof David Hamid anwesend.

Stephan Neuhaus-Kiefel