Das kleine Senfkorn wächst schnell - Pastoralbesuch von Bischof Joachim Vobbe in Mailand


Zwischen dem 20. und 23. Juni kam Bischof Joachim Vobbe mit seiner Gattin Mariette nach Italien zu einem Pastoralbesuch. Es war schon der fünfte Besuch seit dem Jahre 1997, als Bischof Joachim der Delegierte der Internationalen Bischofskonferenz für Italien wurde. Seit dieser Zeit spendete er das Sakrament der Firmung neun Mitgliedern der Mailänder Pfarrgemeinde „Jesus von Nazareth“.

Dem Besuch in Juni ging die Teilnahme an der Diakonatsweihe von Frau Marlies Dellagiacoma, zu der auch zehn Gemeindemitglieder aus Catania und Mailand mit ihrem Pfarrer kamen, voran. Am Tag nach der Weihe versammelten sich viele Gemeindemitglieder aus Mailand in der Kapelle des Hauses Giovane lavoratore zu einer Eucharistiefeier, die von Pfarrer Dr. Petr Zivny in Anwesenheit von Bischof Joachim und seiner Frau gehalten wurde. Ein anschließender Apéro ermöglichte die Begegnung mit den geschätzten Gästen, bei der die Fragen der italienischen Alt-Katholiken fast endlos waren. Nachmittags traf Mariette Vobbe Mitglieder der Frauenorganisation. Die Frau unseres Bischofs gewann schnell die Herzen von allen anwesenden Frauen.


Unsichere Ökumene


Am Abend fand ein ökumenischer Gottesdienst statt. Neben Bischof Vobbe nahm an diesem Gottesdienst unter anderen Francesco Coccopalmerio, der für die Ökumene zuständige römisch-katholische Weihbischof, teil. Leider kamen nur wenige römische Katholiken. In der Ökumene wartet noch ein langer Weg auf uns. Die hohen kirchlichen Funktionäre plädierten für aktive Zusammenarbeit unter Christen. In einigen römisch-katholischen Pfarreien dürfen Alt-Katholiken ihren Gottesdienst halten; wenn ein ökumenisch gesinnter Pfarrer dann durch einen „Fundamentalisten“ ersetzt wird, landen die Alt-Katholiken auf dem Trottoir. So etwas passierte schon zweimal. Die römisch-katholische Hierarchie hat jedoch eine positive Einstellung zur Ökumene.


Auch in Turin


Am Samstag begleiteten einige Gemeindemitglieder Bischof Joachim bei der Besichtigung des alten Stadtzentrums von Mailand. Am Nachmittag fand in dem Randviertel Quinto Romano eine vergnügliche Vorführung statt, die von den Mitgliedern der Gemeinde vorbereitet wurde. Zum Schluss der Vorführung sangen Bischof Joachim und Mariette einige Lieder auf Deutsch, was stürmischen Beifall erweckte. Danach kam es zur Übergabe kleiner Geschenke.

Einige Mitglieder der Gemeinde unternahmen am Sonntag einen Ausflug mit Bischof Joachim und seiner Frau nach Turin, wo seit fast einem Jahr alt-katholische Gottesdienste in der ehemaligen römisch-katholischen Kirche Santissimo Redentore stattfinden. In die gleiche Kirche kommen auch die orthodoxen Christen des Moskauer Patriarchats und sogar eine Gruppe von Alt-Orthodoxen zu ihren Gottesdiensten, was für uns mehr als eine symbolische Bedeutung hat. Bei der Reise im Bus sprachen etwa 60 Leute abwechselnd ins Mikrofon über aktuelle Themen oder gaben Zeugnis von ihrem Glauben und ihrer alt-katholischen Identität auf sehr unterhaltsamer Art. Um 16 Uhr gab es einen Gottesdienst, der von Bischof Joachim gefeiert wurde, und zwar im perfekten Italienisch, mit der Assistenz von drei Priestern, vielen Akolythen und etwa 80 weiteren Anwesenden.


Italienisch und Spanisch


Zwei unserer drei Firmlinge kamen ursprünglich aus Ecuador. Es gibt eine kleine, aber sehr aktive Gruppe von 15 ihrer Landsleute, die in unserer Gemeinde einen festen Platz hat. Wir waren sehr berührt, dass unser Bischof diese Schwestern und Brüder in fließendem Spanisch ansprechen konnte. In Turin, in der Mitte der Kirche, wo sich die Alt-Katholiken versammeln, gibt es einen schönen Marmoraltar. Er schafft eine schöne altchristliche Atmosphäre, wenn sich dort unsere ganze „Familie“ um diesen Tisch versammelt, um das Brot zu brechen und aus einem Kelch zu trinken. Am Ende des Gottesdienstes bekamen die Mitglieder der Gemeinden in Turin, Mailand, Catania, Rom und Cesenze von Bischof Joachim ein Zeichen des Kreuzes mit Öl auf die Stirn, was am Ende unserer Gottesdienste üblich ist. Nach einem Apéro gingen wir in ein Restaurant, wo wir uns verabschiedeten und wieder nach Hause fuhren - erfüllt mit Freude und Kraft des Heiligen Geistes, wie auch dem Dank gegenüber unserem lieben Bischof Joachim für seine Ermunterung im Glauben und seine geschwisterliche Liebe.


Italien öffnet sich für die alt-katholische Welt. Wir freuen uns auf weitere Besuche: Im Herbst erwarten wir den Bischof Fritz-René Müller mit seiner Frau und die Diakonin Marlies Dellagiacoma; wir freuen uns auf die versprochene Zusammenarbeit mit ihrer Gemeinde im Tessin.

Unsere Webseite ist: www.guarigione-liberazione.org 


Von der Gemeinde in Mailand eingesandt


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