Kunst des Lebens - Kunst des Sterbens?

Gegen Ende seines berühmten Tractatus logico-philosophicus von 1921 konstatiert der Philosoph Ludwig Wittgenstein lapidar: „Der Tod ist kein Ereignis des Lebens. Den Tod erlebt man nicht. Wenn man unter Ewigkeit nicht unendliche Zeitdauer, sondern Unzeitlichkeit versteht, dann lebt der ewig, der in der Gegenwart lebt.“

Dieser Satz am Ende eines überaus bedeutsamen Grundlagenwerkes der modernen theoretischen Logik überrascht und macht nachdenklich. Hat Ludwig Wittgenstein recht? Und wenn ja, finden wir hier den Schlüssel zur ars vivendi et moriendi, zur Kunst des Lebens und Sterbens?

Verdrängt

Der Tod ist kein Ereignis des Lebens? Den Tod erlebt man nicht? Fast möchte man zustimmen. Den Tod haben wir – zumindest in unserer Gesellschaft – weit an den Rand des Sichtbaren gedrängt, ihn verdrängt in die Krankenhäuser, Hospize und Palliativstationen. Das Sterben zu Hause ist nicht mehr der Normalfall.

Aber gestorben wird wie zu allen Zeiten. Und wenn wir die Zeitung aufschlagen, den Fernseher anmachen oder uns im Internet bewegen, erleben wir Tod und Sterben in aller Deutlichkeit, in schrecklichen Bildern. Wir inszenieren grausamste Verbrechen in allen Einzelheiten und treiben die Einschaltquoten damit hoch. Die Obszönität des Todes als mediales Massenspektakel, ungleich attraktiver als die Attraktionen auf den Richtstätten des Mittelalters.

Doch was wir erleben – heute wie zu allen Zeiten – ist immer nur der Tod der Anderen.

„Mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben“. In früheren Zeiten konnte diese Zeile aus einem alten Kirchenlied unmittelbar und wörtlich verstanden werden. Hohe Kinder- und Müttersterblichkeit, ständige Bedrohung durch Hunger, Krankheit und Seuchen und die vielen kleinen und großen Kriege. Der Tod war zwar allgegenwärtig, aber es gab eine Kunst des Sterbens, eine ars moriendi, die in erster Linie in der Vorbereitung auf eine gute Todesstunde bestand. Gelehrt wurde diese Kunst beispielsweise in Darstellungen der bildlichen Kunst (z.B. Holzschnitten), die in oftmals eindrucksvoller Weise die Stationen oder Phasen des Sterbens und die rechte Art des Umgangs mit der Situation lehren (z.B. Versuchung im Glauben, Ermutigung im Glauben, Versuchung durch Verzweiflung, Trost durch Zuversicht bis hin zum Sieg der Seele). Es gab eine Kultur des Sterbens und des Umgangs mit dem Tod, der so zum „gezähmten Tod“ wurde (Ariès). Die Geschichte des Todes und des Umgangs mit ihm hat viele Facetten und ist ein Spiegel unserer Sozial- und Mentalitätsgeschichte, in der äußere Ereignisse wie die großen Pestzüge des Mittelalters ihre bis heute prägenden Einflüsse hinterließen, weil sie letztlich alle Sicherungen, die sich die Menschen gegen ihre Angst errichtet hatten, einrissen und das Leben zur letzten Gelegenheit (Gronemeyer) werden ließen.

Ein Übel

Diese Geschichte des Todes lehrt eines ganz deutlich. Der Tod, der eigene wie auch der der anderen, wurde meist als größtes Übel angesehen, das es zu bannen galt. Darum die Riten der Todesvorbereitung, die Totenkulte schon der Vorzeit. Abwehrmechanismen der von Todesangst gepeinigten menschlichen Seele. Ars moriendi – Kunst des Sterbens? Sterben war nie eine Kunst, Sterben war alltäglich und banal, grausam und schmerzhaft. Natürlich kann man dieser Angst vor dem Tod die Schärfe nehmen, wenn man das Sterben, den Tod selbst romantisch verklärt oder mystifiziert. In Totentänzen, oftmals erotisch anmutenden Bildern oder Skulpturen und jener eigenartigen verklärenden Todeslyrik, die auch aus zahlreichen aktuellen Veröffentlichungen spricht, nehmen wir dem Tod seinen Stachel. Faszinosum des Todes, jene eigenartige Morbidität der Todessehnsucht, die die Obszönität des Todes, den Skandal des Sterben-Müssens verdeckt.

Ein Freund?

Der Tod als Freund? Manchmal scheint es so. Dabei ist der Tod am Ende eines langen Leidens oder eines hohen beschwerlichen Alters weniger Erlösung als einfach nur das kleinere Übel. Darum sind wir auch geneigt, den Wunsch zu sterben als Symptom, als etwas Krankhaftes anzusehen, das es zu behandeln gilt.

Selbst in unserer Sprache versuchen wir, den Tod zu bannen, ihn umzudeuten, nicht immer so radikal wie Ludwig Wittgenstein, der ihn ja auch in gewisser Weise wegdefiniert. So sind wir es gewohnt, zwischen natürlichen Tod und nicht natürlicher Todesursache zu unterscheiden. Das Natürliche ist immer irgendwie das Gute. Aber derlei Etikettierungen entlarven sich selbst. Was ist denn am Krebstod eines kleinen Kindes oder einer jungen Mutter, am Herzinfarkttod eines vierzigjährigen Familienvaters natürlich? Höchstens die Pathophysiologie, die wir erklären können. Mit dem Faktum, dem Skandal eines solchen Todes selbst können und wollen wir uns nicht abfinden, trotz aller Trauerpsychologie. Wir wollen den Tod, das Ende aller Beziehungen, allen Lebens, allen Schönen, nicht als Freund. Auch wenn uns diese Sichtweise vordergründig das Leben erleichtert. Wir kennen aus der Psychologie der Geiselhaft das „Stockholm-Syndrom“, wenn sich die Geiseln mit ihren Peinigern verbünden, um ihrer Angst Herr zu werden. Nichts anderes ist das Gerede vom „guten Tod“. Ein Abwehrmechanismus, um das Unerträgliche zu ertragen. Ein Abwehrmechanismus, den es – auch in einer säkularisierten Gesellschaft, die den Tod nicht mehr als Preis der Sünde interpretiert – zu durchschauen gilt. Denn alles andere ist Selbsttäuschung, eine gefährliche noch dazu. Denn wer den Tod umdeutet als guten Tod, wer ihm seinen Schrecken nimmt, für den verliert letztlich das Leben an Bedeutung.

Euthanasie

Eine solche Umdeutung hat dramatische gesellschaftliche Auswirkungen, wie wir am Beispiel der Praxis der aktiven Sterbehilfe sowie des assistierten Selbstmordes in unserem Nachbarland, den Niederlanden sehen können, für die es seit dem Jahr 2001 bestimmte gesetzliche Erleichterungen gibt. Wie der weit über Fachkreise hinaus renommierte Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Universität München, Prof. Dr. Wolfgang Eisenmenger in Zusammenarbeit mit dem Münchner Medizinethiker Fuat Oduncu, der die Verhältnisse in niederländischen Kliniken aus eigener Erfahrung kennt, es in einem Aufsatz darlegt, wird in den Niederlanden unter dem Deckmantel der Euthanasie „rechtswidrig getötet und gemordet“. Die Autoren beschreiben, ebenso wie der niederländische Arzt K.F. Gunning aus Rotterdam (in der Fachzeitschrift „Der Internist“), wie die Euthanasie in Holland außer Kontrolle geraten ist. Demnach wird die Todesmentalität allmählich zur Norm in der medizinischen Praxis der Niederlande (Gunning). Die Freigabe der Euthanasie hat denn auch nach Eisenmenger und Oduncu den Missbrauch der Euthanasie begünstigt, statt ihn zu verhindern. Durch die entstehenden gesellschaftlichen Zwänge (z.B. den Angehörigen nicht mehr zur Last zu fallen) werde aus der postulierten „Freiheit zum Tode“ eine faktische „Unfreiheit zum Leben“. Geradezu betroffen und zornig macht eine Bestimmung des niederländischen Gesetzes, wonach auch Jugendlichen das Recht auf assistierten Selbstmord zusteht, wenn sie jünger als 16 sind mit Zustimmung der Eltern. Und so etwas geschieht tatsächlich, auch wenn viele Fälle nicht offiziell gemeldet werden. Wo sind hier die Erkenntnisse der modernen Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Entwicklungspsychologie geblieben? Geopfert auf dem Altar einer völlig pervertierten humanistisch motivierten Liberalität oder einfach auf der Strecke geblieben, wie die Menschlichkeit derer, die so etwas tun, weil das moderne oder vielleicht auch postmoderne Bewusstsein den Tod nicht mehr als zu bekämpfenden Schrecken und Feind des Lebens ausgehalten, sondern ihn als guten Freund umgedeutet hat? Vielleicht liegt die Ursache für einen derartigen Irrweg auch einfach darin, dass wir den Tod immer nur als Tod der Anderen wahrnehmen. Und wenn wir dann ganz legal zum Herrscher über Tod und Leben der Anderen werden (viele Menschen werden in den Niederlanden auch ohne ihre Einwilligung „euthanasiert“) meinen wir vielleicht, den Tod verfügbar zu machen, ihm dadurch seine Macht zu nehmen und unsere eigene Angst zu bannen. Auch das mag sein. Vielleicht gibt es so etwas wie eine Pathologie der Gesellschaft. Doch in den Niederlanden schlägt das Pendel bereits in die andere Richtung aus: Immer mehr holländische Bürger (derzeit bereits über 11000 Menschen) dokumentieren mit sog. „Credo Cards“ explizit, dass sie NICHT „euthanasiert“ werden wollen, eine Patientenverfügung neuer Art.

„Eu- thanasie“ – allein das Wort ist ein Paradox. Am Tod, am Sterben ist nichts Gutes. Aufgrund unserer Vergangenheit ist bei uns die offizielle gesellschaftliche Akzeptanz der „aktiven Sterbehilfe“, des assistierten Suizids und der Euthanasie, wie diese Euphemismen alle genannt werden, derzeit eher verhalten, auch wenn es immer wieder „humanistisch“ inspirierte Aktivitäten und Initiativen in dieser Richtung gibt, die durchaus in der Bevölkerung hierzulande auf positive Resonanz stoßen. In aktuellen Umfragen sprechen sich 64 bis 80 Prozent der Deutschen für die aktive Sterbehilfe aus. Offensichtlich in völliger Unkenntnis der holländischen Entwicklung und bewusst über die Möglichkeiten der modernen Palliativmedizin desinformiert von Vertretern der Tötungslobby wie der „Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben“, deren früherer Vorsitzender Henning Atrott 1994 wegen illegalen Handels mit Zyankali für aktive Sterbehilfe verurteilt wurde. Nur am Rande bemerkt sei, dass der Tod durch Zyankali besonders grausam und schmerzhaft ist.

Innerhalb der deutschen Ärzteschaft gibt es keine offizielle Unterstützung dieser Initiativen, aktive Sterbehilfe ist hier (noch!) nicht konsensfähig. Am 7. Mai 2004 hat die Bundesärztekammer in ihren Grundsätzen zur ärztlichen Sterbebegleitung noch einmal ihre Ablehnung der aktiven Sterbehilfe und des assistierten Selbstmordes, freundlich Suizid genannt, bekräftigt.

Triebfeder der Forschung

Und das ist auch gut so. Denn sich nicht mit dem Tode abfinden können und wollen, ist auch eine der großen Triebfeder der Technik, Naturwissenschaft und der modernen Medizin. Dem Tod immer wieder ein wenig Terrain abtrotzen, ihm den frühen Sieg nehmen, darum geht es, um den immer neuen Versuch, neue Therapien zu entwickeln, Strategien gegen den Herztod, gegen Krebs, gegen den Hunger und wie alle diese Schauplätze der modernen Medizin auch heißen mögen. Jeder erfahrene Arzt weiß, welche Lebenskräfte in einem Patienten mobilisiert werden können, wenn eine neue Therapie, ein neues Medikament neue Hoffnung gibt, mag seine klinische Situation auch „objektiv“ gesehen noch so hoffnungslos sein. Und wie oft nimmt die Krankheit dann gerade aufgrund dieser Hoffnung einen unerwartet günstigeren Verlauf, werden zusätzliche Lebensjahre geschenkt!

Und in diesem Kampf ist auch viel erreicht worden. Die Lebenserwartung in den entwickelten Gesellschaften ist geradezu dramatisch gestiegen. Zahlreiche Krankheiten, die früher einem Todesurteil gleichkamen, sind besiegt. Natürlich ist diese Entwicklung nicht ohne Kritiker geblieben. Die Frage ist nur, ob diese Kritiker wirklich wieder das Rad der Zeit zurückdrehen wollen, wenn sie selbst betroffen sind und etwa auf die oft verteufelten Antibiotika verzichten bei einer infizierten offenen Unterschenkelfraktur nach dem Sturz vom Fahrrad.

Etappensiege

Der modernen Wissenschaft global Hybris, den Wunsch nach Unsterblichkeit oder andere Größenwahnideen zu unterstellen, geht an der Wahrheit vorbei. Kein seriöser Wissenschaftler forscht am Stein der Weisen. Es geht immer nur um Etappensiege, wieder etwas mehr Überlebenszeit mit dem neuen Krebsmedikament und seien es auch nur wenige Monate. Natürlich besteht die Gefahr, manchmal etwas zuviel des Guten zu tun, über das Ziel hinauszuschießen und dabei den alten Grundsatz „primum nil nocere“ (erstes Therapieprinzip ist: keinen Schaden zufügen!) zu vergessen. Dass Leben nicht in Quantitäten, sondern in Qualitäten zu messen ist, wird aber langsam auch in den Wissenschaften und der Medizin gelernt. Wissenschaft geschieht in ständiger selbstkritischer Reflexion und im Diskurs, das gilt gerade auch für die moderne Biomedizin. Die Erfolge und die Akzeptanz gerade der Palliativmedizin sprechen für sich. Das „von Sterbenden halte Dich fern“ des Hippokrates gilt nicht mehr. Die Medizin begreift zunehmend Sterben als Akt des Lebens und widmet sich der Verbesserung der Lebensqualität gerade in dieser letzten Phase durch optimierte Schmerztherapie und Kontrolle quälender Symptome wie Atemnot. Im Grunde ist das, was heute mit den Mitteln der Technik und Wissenschaft, der modernen Medizin und Psychologie geschieht, nichts anderes als das, was früher getan wurde: Verbesserung der Lebensqualität durch Bannung des Todes und der Todesfurcht. Nur die Rituale haben sich geändert, weil sich die kulturellen Rahmenbedingungen geändert haben. Aber die Hoffnungen der Menschen, dem Tod noch ein kleines Schnippchen schlagen zu können, sind gleich geblieben. Und es gelingt ja auch immer wieder einmal, den schon sicher geglaubten Tod abwenden zu können.

Doch letztlich, und das ist allen seriösen Wissenschaftlern klar, kann es nicht darum gehen, den Tod zu besiegen. Leben und Tod sind zwei komplementäre biologische Prinzipien, das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Was rein biowissenschaftlich vernünftig klingt, ist auf unserer Ebene des bewussten Menschseins von großer Tragik und macht Angst. Der Tod ist sicher, darum ein Übel, daraus folgt: unser Leben ist endlich. Dazu müssen wir uns verhalten, ob es uns gefällt oder nicht. Das Leben als letzte Gelegenheit, diese Botschaft der Pestzüge des Mittelalters, dieses „memento mori“ der alten Totentänze und Sterbebüchlein ist nach wie vor aktuell. Keine Säkularisation, keine Aufklärung hat daran etwas geändert. Die Verhülltheit des Todes, von der der Philosoph Martin Heidegger spricht, macht es uns nicht leichter. Vom Tode wissen wir nichts, auch Nahtoderfahrungen (eigene oder fremde) können zwar Hoffnung machen, aber wurden ja letztlich doch „überlebt“.

Leben lernen

Wie verhält „man“ sich zum Tode in seiner Verhülltheit, seiner Endgültigkeit, seiner ganzen Abscheulichkeit? Um auf Ludwig Wittgenstein zurückzukommen: „Wenn man unter Ewigkeit nicht unendliche Zeitdauer, sondern Unzeitlichkeit versteht, dann lebt der ewig, der in der Gegenwart lebt.“ Geht das überhaupt? Können wir die Zeitstruktur unseres Dasein, besser unseres Bewusstseins ignorieren, das Gestern und das Morgen, um nur im Moment zu leben?

Vielleicht ist das großen Mystikern möglich, in begnadeten Momenten der Schau. Aber kann das eine Botschaft sein für uns Normalmenschen? Ich weiß es nicht. Ja mehr, vergeben wir nicht gerade die Chancen, die in unserer Zeitlichkeit liegen. „Lebe so, als sei jeder Tag Dein letzter Tag“. Eine andere bekannte Lebensweisheit, etwas anders als Wittgensteins Satz, weil er die Verantwortung für das Leben selbst in den Blick nimmt. Gerade weil wir das Leben als endlich ansehen und vernünftigerweise davon ausgehen müssen, dass wir nur dieses eine Leben haben, ist der Aspekt der Verantwortung, des verantwortlichen Lebens nicht trivial. Chancen kann man auch verspielen, wie der reiche Prasser in der Beispielerzählung vom armen Lazarus es erleben musste. Darum ist die Antwort auf die Frage nach der rechten Kunst zu leben und zu sterben vielleicht gar nicht so schwierig. „Sterben lernen heißt leben lernen“. Dieses Motto aus der Hospizbewegung sagt im Grunde alles aus: Es geht um das Leben, seine verantwortliche Gestaltung bis zuletzt. Ja sagen zum Leben, auch im Angesicht des Todes und des Todeskampfes mit allen seinen Schmerzen. Nicht jeder ist dabei so heroisch wie der Dichter Rainer Maria Rilke, der im Angesicht des nahenden Leukämietodes auf alle Schmerzmittel verzichtete. Das ist sicher weder nötig noch erstrebenswert. Sterben lernen bedeutet aber ganz gewiss nicht, dass wir dem Tod zuvorkommen, vor ihm kapitulieren und uns zu seinen Erfüllungsgehilfen machen sollen. Zum Leben lernen gehört auch, es loslassen zu können, wenn es nicht mehr geht. Aber das ist etwas anderes als Euthanasie. Es ist Lebenskunst in höchster Vollendung.

Über das, was danach kommt, kann die Wissenschaft keine vernünftige Aussage machen. Ob nun die Seele den Tod des Körpers überlebt und danach befreit in irgendwelche Sphären entschwebt oder ob Seele und Körper als „zwei Teilsubstanzen“ zusammen sterben, wer will das beantworten? Solchen wüsten Spekulationen haben nicht zuletzt Philosophen wie Ludwig Wittgenstein ein verdientes Ende bereitet. „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“. Doch der Philosoph Wittgenstein soll in so einer ernsten Angelegenheit auf Leben und Tod nicht das letzte Wort behalten. Denn als Christen dürfen wir trotz allem hoffen auf den, der den Tod überwunden hat, Jesus Christus.

Jörg Marienhagen