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02.10.2016 14:18 Alter: 325 days

60. Ordentliche Bistumssynode: Frieden, gesellschaftliche Positionierungen und Ehe

Alt-Katholische Synode in Mainz befasste sich mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen

Heute ging die 60. Ordentliche Synode des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland mit einem feierlichen Gottesdienst in der Mainzer Augustinerkirche zu Ende. Die deutschen Alt-Katholiken befassten sich nicht nur mit kircheninternen Themen, sondern begaben sich auf die Suche nach eigenen Positionen in wichtigen und kontrovers diskutierten aktuellen gesellschaftlichen Fragen wie Frieden und Waffenhandel, die Einmischung von Kirche in die Politik sowie die Bewertung des Verhältnisses von heterosexueller Ehe und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.  

Einmütig beschloss das Kirchenparlament am ersten Sitzungstag den Beitritt des Bistums zum Aktionsbündnis »Aktion Aufschrei – stoppt den Waffenhandel«. Darüber hinaus wird sich die nächste Synode im Jahr 2018 einen ganzen Tag lang mit dem Thema »Frieden« auseinandersetzen und nach Antworten im »Licht des Evangeliums« suchen. Dabei gehe es prinzipiell auch darum, die Diskurslosigkeit, also das Fehlen des innerkirchlichen Gesprächs über aktuelle gesellschaftliche, soziale und politische Fragen, zu überwinden, und klare Positionen zu beziehen, so Bischof Dr. Matthias Ring.

In gut alt-katholischer Tradition sollen nicht »unfehlbare Meinungsäußerungen« formuliert werden, sondern bestimmte Positionen für eine bestimmte Zeit, also keine letztgültigen Positionen der gesamten Kirche, so Ring. Zum Verhältnis von heterosexueller Ehe und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften setzte die Synode einen bereits bestehenden Diskussionsprozess fort. Kann man die in der alt-katholischen Kirche seit einigen Jahren praktizierte Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften der Ehe – auch in sakramentaler Hinsicht – gleichstellen, war nur eine der vielen Fragen, über die die Synodenabgeordneten diskutierten. In den nächsten Jahren wird dieser Prozess mit Fachtagungen und weiteren thematischen Diskussionsveranstaltungen fortgesetzt werden.

Auch die Ökumene kam nicht zu kurz. Diözesanadministrator Dietmar Giebelmann stattete der Synode ebenso einen Besuch ab wie der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung. Bischof Pierre Whalon, Leitender Bischof der Episkopalkirche in Europa, verfolgte als Vertreter der mit den Alt-Katholiken in voller Kirchengemeinschaft stehenden Anglikanischen Kirchen die viertägigen Verhandlungen.