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04.12.2017 12:35 Alter: 9 days

130 Jahre Priesterseminar Johanneum

Das Priesterseminar Johanneum in Bonn feiert in diesen Tagen sein 130jähriges Bestehen mit einem Gottesdienst in der Kapele des Döllingerhauses am 6. Dezember 2017 um 19.00 Uhr, den Bischof Dr. Matthias Ring leitet.

1887 stellte der Essener Pfarrer Hoffmann auf der zehnten Bistumssynode 1887 den Antrag auf Errichtung eines Konviktes, in dem die jungen Theologen nicht nur ihre theoretische Ausbildung erhielten, sondern gleichzeitig Begleitung erfuhren und ihr religiöses Leben einüben konnten. Außerdem sollte die gemeinsame Ausbildungszeit die menschliche Verbindung untereinander festigen, die die späteren Pfarrer in ihren manchmal sehr ausgeprägten Diasporasituationen stärken soll.

Der erste Leiter des Priesterseminars wurde der Bonner Pfarrer und spätere Bischof Josef Demmel. Bis zum Mai 1893 gab es das Johanneum in der Koblenzer Straße, danach erfolgte der Umzug in die Lennéstraße 30, wo die Bonner Gemeinde mit finanzieller Unterstützung von Frau Josephine vom Rath-Bouvier ein Haus erworben hatte. Hier blieb das Seminar bis 1920, als es auf Grund der finanziellen Situation in und nach dem Ersten Weltkrieg vorübergehend geschlossen werden musste. Die Studenten,die es zwischen 1920 und 1935 gab, wurden in angemieteten Zimmern untergebracht. Im Herbst 1935 gab es dann einen Neuanfang, und unter der Leitung von Werner Küppers, dem damaligen Direktor des Altkatholischen Seminars an der Universität Bonn, wurde das Haus umgebaut und erweitert, sodass es die Häuser Baumschulallee 9 bis 13 umfasste. Küppers war es auch, der dem so vergrößerten Haus einen neuen Namen gab: Am 6. Mai 1961 wurde es als „Döllingerhaus“ neu eröffnet und sollte im Geiste Döllingers eine internationale Wohn- und Begegnungsstätte für Theologiestudenten verschiedenster Konfessionen werden. 

Zum derzeitigen Leitungsteam gehören Pfarrer Ralf Staymann, Koblenz (Direktor), Pfarrer Armin Luhmer, Dresden (Spiritual) und Anne Hensmann-Eßer, Bonn (Assistentin). Die Johanneskapelle als geistlicher Ort ist offen für Gäste, Studierende und die Menschen, die im Haus wohnen. Sie wird im kommenden Jahr ein grundlegend neugestaltet. Der alt-katholische Priester und Künstler Peter Klein, der schon für die Kirchen in Kommingen und Passau die Prinzipalien (Altar, Ambo, Priestersitz) entworfen hat, hat hierfür einen Entwurf vorgelegt.