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21.07.2017 09:14 Alter: 65 days

Versöhnung katholischer Kirchen als Möglichkeit

Treffen der alt-katholischen Bischöfe der Utrechter Union mit dem römisch-katholischen Papst Franziskus im Jahr 2014

In den letzten Tagen wurde Bischof Dr. Matthias Ring sowohl von der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) als auch vom Internetportal Katholisch.de interviewt. In beiden Gesprächen wurden das Verhältnis zwischen der römisch-katholischen und der alt-katholischen Kirche und die Möglichkeiten einer engeren ökumenischen Gemeinschaft zwischen den beiden Kirchen bis hin zur Kirchengemeinschaft thematisiert.  

Bischof Ring betonte in den Interviews, wie wichtig ein freundschaftlich-ökumenischer Dialog zwischen den beiden Kirchen sei. Lange Zeit sei das Verhältnis zwischen den beiden Kirchen ein Nicht-Verhältnis gewesen. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, zu dem die Alt-Katholische Kirche als Beobachter eingeladen worden sei, habe sich das Verhältnis aber wesentlich gebessert. Zeichen für das entspanntere Verhältnis sei auch, dass Papst Franziskus die Bischöfe der Alt-Katholischen Kirchen der Utrechter Union vor drei Jahren zu einer Privataudienz eingeladen habe und dass es – wie beispielsweise seit kurzem bei der Sternsinger-Aktion – durchaus eine ökumenische Zusammenarbeit zwischen beiden Konfessionen gebe.  

Zudem verstehe sich die alt-katholische Kirche längst nicht mehr als "Notbistum", dessen Existenz ende, sobald die Anerkennung der Beschlüsse des Ersten Vatikanischen Konzils – Unfehlbarkeit und Jurisdiktionsprimat des Papstes – von römisch-katholischer Seite nicht mehr eingefordert würde. Vielmehr sei die alt-katholische Kirche mittlerweile eine katholische Kirche mit eigener Geschichte und eigener Tradition.  

Allerdings sei durchaus Kirchengemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche denkbar. Gegenüber KNA machte Bischof Ring deutlich, dass dazu die Frage geklärt werden müsste, "wie wir die Gemeinschaft miteinander pflegen können - mit Blick auf den Papst und sein Amt, der als Moderator Garant der kirchlichen Einheit sein könnte, so unser Denkmodell."  

Natürlich gäbe es in der alt-katholischen Kirche Mitglieder, die der römisch-katholischen Kirche sehr kritisch gegenüber stünden. Dies hänge im Regelfall damit zusammen, dass viele Alt-Katholikinnen und Alt-Katholiken ihre biographischen Wurzeln in der römisch-katholischen Kirche hätten, später der alt-katholischen Kirche beigetreten seien, persönlichen Verletzungen und Enttäuschungen mit ihrer ehemaligen kirchlichen Heimat aber noch mit sich tragen würden. „Aber das müssen wir überwinden“, so Bischof Ring gegenüber Katholisch.de.  

Die beiden Interviews: