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10.01.2017 09:01 Alter: 165 days

Christliche Existenz ist politische Existenz

In seiner Neujahrspredigt betonte Bischof Dr. Matthias Ring, dass das Evangelium nicht unpolitisch sei.

Da Jesus das Reich Gottes als eine konkret erfahrbare Wirklichkeit verkündet habe, müsse auch heute die Heilsbotschaft immer wieder konkret werden. Dann freilich sei "christliche Existenz immer auch eine politische Existenz. Politisch in dem Sinne, dass ich mich als Christ nicht nur um mich und die Meinen kümmere, sondern auch um das Gemeinwesen, um die anderen", so Bischof Ring. Daraus folgt für ihn: "Ein Christentum der Selbstbeglückung oder der reinen Jenseitsvertröstung hätte meines Erachtens mit Jesu Botschaft wenig zu tun. Von daher ist es richtig und wichtig, dass sich Christinnen und Christen an den gesellschaftspolitischen Debatten der Gegenwart beteiligen, ihre Perspektive einbringen und versuchen, die Welt im Sinne des Evangeliums mitzugestalten."

Freilich, für die innerkirchliche Debatte wünsche er sich, dass niemand die eigene Position als alternativlos hinstelle, sondern darum wisse, dass konkrete Lösungsvorschläge immer kontrovers seien. Auch gelte es der Versuchung zu widerstehen, sich mit gesellschaftspolitischen Positionen selber profilieren zu wollen.

Der Bischof schloss seine Predigt mit den Worten: "Es geht aber letztlich nicht darum, unsere Kirche bekannter zu machen, sondern darum, dass wir unseren Beitrag leisten, diese Welt etwas besser, 'heiler' zu machen, auch wenn dieser Beitrag oft unscheinbar wirkt. Schließlich sind wir gerufen, uns in dieser Welt zu engagieren in der Hoffnung, dass in dem, was wir tun, das aufleuchtet, was Jesus Reich Gottes genannt hat."

Die Predigt können Sie hier als pdf herunterladen.