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17.11.2016 13:02 Alter: 163 days

500 Jahre nach der Reformation: Evangelisch-Katholische Kirchengemeinschaft

Evangelische Kirche von Schweden und Alt-Katholische Kirchen der Utrechter Union in Kirchengemeinschaft

Erzbischöfin Dr. Antje Jackelén (Kirche von Schweden)

Erzbischof Dr. Joris Vercammen (Alt-Katholische Kirchen der Utrechter Union)

Erstmals seit der Reformation treten mit der evangelischen Kirche von Schweden und der alt-katholischen Utrechter Union Kirchen katholischer und reformierter Tradition wieder in Kirchengemeinschaft. Bei der Generalsynode der Schwedischen Kirche, die vom 20. bis 23. November 2016 in Uppsala stattfindet, wird damit ein 2005 begonnener Dialogprozess zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht. Dies soll in einer gemeinsamen Eucharistiefeier am Abend des 23. November zum Ausdruck kommen, bei der u.a. die Erzbischöfin der Schwedischen Kirche, Dr. Antje Jackelén, und der alt-katholische Erzbischof von Utrecht, Dr. Joris Vercammen, gemeinsam am Altar stehen.

Beide Kirchen haben in dem zurückliegenden Dialogprozess festgestellt, dass sie durch ein gemeinsames theologisches Fundament so tief verbunden sind, dass sie nichts daran hindert, nun die volle sakramentale Gemeinschaft zwischen ihnen festzustellen. Beide bewahren ein reiches liturgisches und eucharistisches Leben, legen Wert auf die bischöfliche Sukzession, haben das geistliche Amt auch für Frauen geöffnet, wissen sich der sichtbaren Einheit der Kirche und der ökumenischen Bewegung verpflichtet und bewahren eine offene, wenn auch kritische Haltung gegenüber den sich wandelnden Werten in der Gesellschaft.

Gleichzeitig betonen beide Seiten, dass die Einheit der Kirche nicht eine absolute Uniformität ihrer Strukturen erfordere. Auch die Formen des Gottesdienstes und selbst die Theologie könnten Unterschiede aufweisen, ohne dass dies ein Hinderungsgrund für die Kirchengemeinschaft sei. Denn Einheit bedeute Einheit in einer versöhnten Verschiedenheit.

Durch die Kirchengemeinschaft wird es beispielsweise möglich, dass getaufte Mitglieder der einen Kirchen die seelsorgerlichen Angebote der jeweils anderen Kirchenfamilie in vollem Umfang wahrnehmen können, oder auch, dass eine in der einen Kirche ordinierte Person ohne erneute Ordination in der jeweils anderen Kirche als Seelsorgerin bzw. Seelsorger tätig werden kann.

Für den Bischof der Alt-Katholischen Kirche in Deutschland, Dr. Matthias Ring, ist dies ein ermutigendes Zeichen für das Jahr des Reformationsjubiläums: „Wir bauen gemeinsam Brücken zwischen Kirchen evangelischer und katholischer Tradition und suchen so neue kirchliche Gemeinschaft in konfessioneller Vielfalt."

Informationen zur  Schwedischen Kirche unter www.churchofsweden.org

Der Abschlussbericht des Dialogprozesses ist abrufbar unter: Ökumene mit der Kirche von Schweden