Liturgische Bücher

- Das neue Eucharistiebuch

- Gesangbuch "Eingestimmt."
Schon zweimal hat unser Bistum eigene Bücher für die Feier der Heiligen Eucharistie veröffentlicht: Im Jahre 1885 erschien das Liturgische Gebetbuch von Adolf Thürlings, das drei Jahre später "Im Selbstverlage der Synodalrepräsentanz" gemäß dem Beschluss der 10. Synode als "Altarbuch" unter dem Titel Das Heilige Amt auf die Feste und Zeiten des Jahres veröffentlicht worden ist.
Im Jahre 1959 folgte das Altarbuch für die Feier der Heiligen Eucharistie im Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, herausgegeben im "Auftrag des Bischofs von der Liturgischen Kommission" unter der maßgeblichen Redaktion von Pfr. und Dozent lic. theol. Kurt Pursch.Beide Veröffentlichungen waren dadurch veranlasst, dass die römisch-katholische Kirche die Eucharistische Feier nur in der lateinischen Sprache und als Ausdruck der dogmatischen Lehren vom Opfercharakter der Messe zuließ, wie ihn das Konzil von Trient festgeschrieben hatte.
Die "Utrechter Erklärung der Bischöfe an die katholische Kirche" vom 24. September 1889 hatte ausdrücklich erklärt, die dogmatischen Entscheidungen von Trient könnten nur "insoweit" angenommen werden, "als sie mit der Lehre der alten Kirche übereinstimmen". So verweist der 6. Punkt dieser Erklärung auf den "alten katholischen Glauben von dem heiligen Altarsakramente", an dem die Alt-Katholiken "in aller Treue festhalten".Das hatte vielfache Konsequenzen für die Gestalt der Feier. Galt es doch, den altkirchlichen Grundsatz zu bewahren, dass das Gesetz des Betens das Gesetz des Glaubens zum Ausdruck bringe.
Zunehmend wurden Quellen wiederentdeckt, die von der Eucharistiefeier der frühen Kirche Zeugnis gaben. Adolf Thürlings, der als erster im heute allgemein üblichen Sinn an einer Universität (an der heutigen christkatholischen Fakultät in Bern) Liturgiewissenschaft lehrte, hat die ihm bekannten Quellen in seine Liturgiereform eingebracht.Hinzu kam das "Recht der Muttersprache in der Liturgie", von dem es im Vorwort zum Altarbuch von 1888 heißt, es "ist begründet in der Natur der Religion und ist umfassend ausgeübt worden in der ersten Periode der christlichen Kirche".
Weiterentwicklungen in der liturgiegeschichtlichen Forschung, die pastoralliturgischen Bemühungen, den Gottesdienst der Kirche noch stärker mit der Seelsorge zu verbinden und den von den Kirchenvätern so genannten Tisch des Wortes reichlicher zu decken, lagen dem Altarbuch von 1959 zugrunde.Es hat uns überrascht und gefreut, dass mehrere römisch-katholische Bischöfe und ihre Berater dieses Altarbuch zum 2. Vatikanischen Konzil mitgenommen hatten, das neue Wege zur Erneuerung des Gottesdienstes bahnen wollte.Der Gottesdienst in der Muttersprache ist inzwischen auch in der römisch-katholischen Kirche selbstverständlich. Manche fragen deshalb: Brauchen wir Alt-Katholiken noch eigene liturgische Bücher? Können wir nicht einfach die römisch-katholischen Texte übernehmen? Wieder andere wenden ein, der Gemeinde und denen, die den Gottesdienst vorbereiten und leiten, müsse die Freiheit eingeräumt werden, die Feier ohne die Vorgabe einer verpflichtenden Ordnung selbst zu gestalten. Nur so werde der Gottesdienst lebendig und zeitgemäß. Auf die genannten Fragen wird in dieser Einführung in einem eigenen Abschnitt näher eingegangen. Zunächst aber ist zu bedenken, was uns die Feier der Eucharistie bedeutet.