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Innere Vorbereitung

Bischof Georg Moog
Bischof Georg Moog

Als vor achtzig Jahren Bischof Moog sein Amt antrat. schrieb er den ersten Hirtenbrief über das Vermächtnis Jesu, das heilige Mahl, wie er es nennt. Viele sprachliche Formulierungen klingen in unseren Ohren fremd, manche sind auch nicht mehr nachvollziehbar. Andererseits finden wir dort sehr klar alt-katholisches Eucharistieverständnis dargelegt, so dass einige Abschnitte hier folgen sollen:

"Heilig ist das Mahl, das der Herr uns hinterließ in der Stunde seiner Einsetzung, heilig in seiner Stiftung für alle Zeiten, heilig muss es uns sein in der Vorbereitung, ehe wir zu seinem Empfange hinzutreten... Aber wie erneuern wir nun, meine Brüder und Schwestern im Herrn, mit allen Gläubigen von den Jüngern Jesu an das Gedächtnis seines Todes, oder wie 'verkündigen' wir diesen seinen Tod im heiligen Abendmahl?... 

"Wir verkündigen Jesu Tod, wenn wir nicht nur zuschauend und zuhörend uns in das zurückversetzen, was er an jenem Abend sagte und tat und in den folgenden Stunden litt, bis dass sein Herz am Kreuze brach, sondern wenn wir gleich den Jüngern hinzutreten und die heilige Speise genießen oder dazu auch, wie es ehemals geschah und in einigen alt-katholischen Kirchen Sitte ist, den heiligen Trank trinken, die uns gereicht werden. - Verkündigen sollen wir des Herrn Tod in seinem Abendmahle, indem wir bei demselben Genusse vereint, durch ihn uns einig fühlen als erlöste Brüder und Schwestern, als christliche Gemeinde, die an denselben Herrn glaubt, der für sie im Leiden und Sterben sich opferte, die in ihm denselben Heiland besitzt, bei denn der Hohe vor dem Niedrigen, der Reiche vor dem Armen nichts voraus hat, als dass der eine ebenso wie der andere seiner Sünden Vergebung und die Kraft heiligen Lebens in seinem Todesopfer gefunden hat..."

Bischof Moog geht dann der Frage nach, wann der Mensch 'unwürdig' dieses Brot isst, worüber Paulus im 1. Korintherbrief (11,26 ff) spricht.

Wir nehmen nicht in der rechten Weise am heiligen Mahle teil, so schreibt Moog, "wenn wir trotz der richtigen Erkenntnis von der  Bedeutung des Leibes und Blutes Jesu nur gewohnheitsmäßig zu seinem Empfange hinzutreten, um einer allgemeinen und der eigenen Sitte zu folgen, ohne dass unser Nachdenken, unser Herz dabei beteiligt ist."
Wir Christen sollen das, "was ein Geheimnis des Glaubens heißt, dennoch in einer vernünftigen, weder in grübelnder noch in einer Unmögliches glaubenden Weise unserem Verständnis nahe bringen.... Eine geistige Speise, ein geistiger Trank, der Herr in dem Segen, in der Frucht seines bitteren Leidens und Sterbens darin unsichtbar und doch wahrhaft gegenwärtig!"

Er fügt die Mahnung an: "Möge gerade in unserer alt-katholischen Kirche, in unseren Gemeinden, wo dieses 'Geheimnis des Glaubens' so vieles von dem dunklen Schleier verliert, den Menschen über dasselbe gelegt haben, die Gläubigen es mehr und mehr verstehen und empfinden lernen, warum und wie wir im heiligen Abendmahle den Tod des Herrn verkündigen sollen, bis dass er kommt. Ja, bis er kommt! So möge es fortklingen in den Gemeinden, in den Herzen bis an das Ende der Tage, wo die einzelnen Gläubigen, wo unsere ganze Kirche, wenn sie treu erfunden ward, in den Saal des himmlischen Pascha eintreten wird, bei dem die Schatten der irdischen Unvollkommenheit in Erkenntnis und Leben entschwunden sind, und wo wir zu des Heilands Füßen vollendet werden in dem ewigen Gott."