Feier der ganzen Kirche

- Eucharistiefeier
Die Eucharistie als Feier der ganzen Kirche - was das bedeutet, erfahren alle, die aus ihrer Heimatgemeinde in eine andere Gemeinde kommen oder bei zentralen Gottesdiensten des Bistums (Synode, Dekanatstag u. a.) anwesend sind. Sie setzen voraus, dass sie den vertrauten Aufbau der Feier wiederfinden und den zentralen Gebeten in Inhalt und Wortlaut so begegnen, dass sie hörend und mitbetend dabei sein können. Sie wollen sich im Gottesdienst der Kirche an allen Orten zuhause wissen.
Das ist die eine, die persönliche Seite. Vor allem aber: Im Gottesdienst bekennt die Christenheit auf Erden ihren gemeinsamen Glauben. Dies geschieht nicht nur im Glaubensbekenntnis, im apostolischen und im großen Credo. Die ältesten uns bekannten Eucharistiegebete sind ebenfalls wie diese Bekenntnisse aufgebaut: Sie preisen den Vater, der sich den Menschen als Gott der Barmherzigkeit offenbart, der uns Jesus gegeben hat als unseren Erlöser und Retter in Einheit mit dem Leben spendenden Heiligen Geist.
Wir sind deshalb sehr dankbar, dass die voneinander getrennten Kirchen zum gemeinsamen Bekenntnis ihres Glaubens zurückfinden, auch in der Gestalt und in vielen übereinstimmenden Ausdrucksformen der Liturgie.
Wer Sonntag um Sonntag in der Heimatgemeinde Eucharistie feiert, darf wissen: So wird auch in den anderen Gemeinden gefeiert. Wir sind verbunden zu einer großen Gemeinde, verbunden im Glauben und im Bekenntnis. Wenn im Eucharistiegebet der Name des Bischofs genannt wird, so ist das keine Fürbitte, sondern das Zeugnis unserer Gemeinschaft über die Ortsgemeinde hinaus. Wir feiern unsern Gottesdienst in Gemeinschaft mit dem Bischof und in Gemeinschaft mit allen Gemeinden in unserem Bistum. Das Buch für unsere Feier der heiligen Eucharistie hilft uns, diese Gemeinschaft zu verwirklichen und auszudrücken.
Die gemeinsame Leseordnung, die wir mit ungezählten Schwestern und Brüdern über die Grenzen unserer Kirche hinaus teilen, verbindet uns in einem gemeinschaftlichen Hör- und Lernprozess auf unserem Glaubensweg.
Die Gemeinsamkeit der Feier innerhalb unseres Bistums und in der einen Kirche Jesu Christi heißt natürlich nicht, dass es keine unterschiedlichen Formen geben dürfe je nachdem, ob sich wenige Feiernde in einem Hausgottesdienst oder an einem Krankenbett versammeln, ob eine Tischmesse gefeiert wird oder ob sich zu einem besonderen Fest eine große Zahl von Gläubigen versammelt und ihre Freude in einer besonders festlichen Gestalt der Eucharistiefeier zum Ausdruck bringt.