Bad Tölz

Gemeindebrief

                                      

„… ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr. Allüberall auf den Tannenspitzen sah ich goldene Lichtlein sitzen …“ (Theodor Storm)

 

Sie kennen das.  Seit Wochen - längst vor dem ersten Adventsonntag - verwandeln sich Kaufhäuser und Geschäfte in glitzernde Weihnachtsparadiese und winter-wonder-worlds. Lichterketten erscheinen an öffentlichen wie an privaten Gebäuden. Mit den „goldenen Lichtlein“ auf den Tannenspitzen, von denen Theodor Storms Gedicht „Knecht Ruprecht“ erzählt, hat das alles  herzlich wenig zu tun.

Was mir am heutigen Weihnachten am meisten fehlt, ist die Phantasie, die Phantasie des Wunderbaren. Storm konnte im 19. Jahrhundert noch die Dunkelheit des Advent erleben und das Aufleuchten weihnachtlicher Lichter als Erlösung, als Heraufdämmern einer Festzeit, die in der Heiligen Nacht beginnt und nicht – wie heute viele meinen – zu Ende geht. Als Kind der 1960er Jahre kann ich Storms Welt auch nur vom Kopf her begreifen, erlebt hab ich den dunklen Dezember, die „stade Zeit“, wie sie bei uns im Süden heißt, auch nicht mehr. Aber irgendwas war in meiner Kindheit trotzdem anders als heute. Nicht nur, weil ich ein Kind war und Kinder anders wahrnehmen, sondern weil Weihnachten so gestaltet war, dass es meine Phantasie enorm angeregt hat.  Ja – wir haben als kleine Kinder noch an den Nikolaus und an das Christkind geglaubt. Das war schon mal ungeheuer aufregend. Der Nikolaus kam am 5. oder  6. Dezember und er wusste erschreckend viel. Aber er war nicht böse. Und wenn er weg war, durften wir Lebkuchen essen und die kleinen Nikolaus-Geschenke auspacken.  Spätestens ab Nikolaus träumte ich jeden Abend vor dem Einschlafen Wachträume vom Christkind. Ich wusste genau, wie das Christkind aussieht: Es war wie ein Engel, ein Putto, aber viel strahlender als die Engel und ganz golden. Ab dem 23. Dezember – ab da durften wir nicht mehr ins Wohnzimmer – flog es um den Christbaum herum und unzählige größerer und kleinerer Engel halfen ihm beim Aufputzen des Baumes, beim Schmücken des Weihnachtszimmers und beim Drapieren der Geschenke. Und wenn dann endlich, endlich am Heiligen Abend das Glöcklein geläutet hat und wir wieder ins Wohnzimmer durften, dann war das wie das Betreten des Paradieses. Aber erstmal wurde gesungen, Klavier gespielt,  an der Krippe gebetet und nochmal gesungen, erst dann durften wir uns auf die Geschenke stürzen. Irgendwann hatten wir Hunger, es gab Würstel und anschließend natürlich Plätzchen in rauhen Mengen … Der darauffolgende Weihnachtstag war ein echter Festtag mit Schönanziehen, Kirchegehen und großem Mittagessen, süßen Nachspeisen und ganz viel Spielen und Fernsehen am Nachmittag und frühen Abend.

Später, als wir nicht mehr so recht an das Christkind geglaubt haben, belehrte uns meine Mutter eines Besseren: Ja – es stimmt, das Christkind kommt nicht vom Himmel zum Baumschmücken und Geschenke verteilen, aber es ist ja tatsächlich gekommen, damals als kleines Kind in Bethlehem. Und deshalb gibt es das Christkind auch. Ehrlich gestanden: Das glaub ich heute noch. Von da weg wurden wir Kinder mit in das Christbaumschmücken einbezogen, am Abend des 23. oder am Vormittag des 24. Dezember. Von da weg machten auch wir unseren Eltern kleine Geschenke zu Weihnachten und es hat uns gefreut, wenn die Eltern erstaunt und angenehm überrascht waren.

Mag sein, dass ich jetzt ein bisschen in Kindheitserinnerungen abgeschweift bin und auch eine Portion Vergangenheitsverklärung mit dabei ist, die das Unschöne, das Schmerzliche verdrängt hat: Die Streitereien mit meinem großen Bruder, die sich gerade vor Weihnachten bedrohlich zuzuspitzen pflegten, oder in den späteren Kindheitsjahren die Krebserkrankung meiner Mutter, die zumindest ihre beiden letzten Weihnachten unübersehbar überschattet hat.

Was ich mir wieder angewöhnen möchte, ist die Phantasie des Weihnachtsfestes. Nicht, dass ich mir noch ein strahlendes Christkind vorstellen müsste, das mit Myriaden von Engeln, um den Baum und durchs Wohnzimmer schwirrt, aber die Phantasie, zu der die Weihnachtsbotschaft anregt: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen!“ (Lk 2,14). Wenn wir aufhören, vom Frieden auf Erden zu phantasieren, wird es um diese Welt bald geschehen sein. In einer der Orff’schen Weihnachtsgeschichten sagt ein Hirte zum anderen: „Solang’s auf dera Welt Hominibus gibt, gibt’s aa koan Pax ned“. Das stimmt leider. Und trotzdem möchte ich nicht aufhören, davon zu träumen und immer wieder ein Stück davon Wirklichkeit werden zu lassen, spürbare, greifbare Wirklichkeit.

Der zweite große Teil der Weihnachtsbotschaft fordert noch mehr Phantasie heraus: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ (Joh 1,14)

Das Wort, der Logos, die urewige Idee und Phantasie Gottes ist Fleisch geworden, Mensch, Kind, greifbare – und auch sterbliche Wirklichkeit.

Das geht weit über die heile-Welt-Phantasie eines Kindes hinaus. Da hat alles Platz, die ganze Welt mit ihrem Wohl und Wehe.

Ich versteh heute Weihnachten als große Einladung, als Aufforderung, ja auch als Herausforderung, die guten Träume Wirklichkeit werden zu lassen – soweit wir es halt können. Und Liebe und Frieden dürfen nicht nur Ideen, Tagträume und schöne Phantasien bleiben – nein! Sie sollen Wirklichkeit werden, greifbar werden, Fleisch werden, jeden Tag des Miteinanders.  Dann wohnt das Wort auch heute unter uns.

Ich wünschen Ihnen / Dir / Euch besinnliche Tage des Advents, ein frohes phantasievolles Weihnachtsfest und ein gesegnetes und friedvolles neues Jahr.

 

Ihr / Dein / Euer                                                                        Kurat Peter Priller

 

 

 

 

Knecht Rprecht

Von drauß' vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor,
Und wie ich so strolche' durch den finstern Tann,
Da rief's mich mit heller Stimme an:
"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alte und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!"
Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo's eitel gute Kinder hat."
— "Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier:
Denn Apfel, Nuß und Mandelkern
Fressen fromme Kinder gern."
— "Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten."
Christkindlein sprach: "So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!"
Von drauß' vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun spreche, wie ich's hier innen find!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?

 

Theodor Storm

 

                      

                                                                 Termine in Bad Tölz

 

 

 

 

 

 

Rorate


Rorate sind frühmorgendliche werktäglich Eucharistiefeiern, die im Advent im Kerzenschein gefeiert werden. Der Name kommt vom ursprünglichen Eröffnungsvers „Rorate caeli desuper et nubes pluant Iustum“ = „Tauet, ihr Himmel von oben, Wolken, regnet den Gerechten“ – ein Zitat aus alttestamentlichen Stellen, das die Herabkunft des Erlösers herbeisehnt wie die dürre Wüste den Tau am Morgen. Wie in den letzten Jahren auch, feiern wir auch heuer in jeder Adventswoche ein Rorate mit anschließendem gemeinsamem Frühstück. In diesem Jahr an jedem Mittwoch der Adventszeit um 6.30 Uhr, also am 30. November, am 7., 14. Und 21. Dezember.

HERZLICHE EINLADUNG!

 

 

 

Kindermette (15.30 Uhr) – CHRISTMETTE (18.00 Uhr)


Im letzten Jahr ist es nach eindringlichen Appellen (nicht nur von mir, sondern von der Gemeinde insgesamt) gehört worden: In den Jahren vorher kamen nämlich immer mehr Leute in die Kindermette, die gar keine Kinder dabei hatten, so dass die Kindermette fast geplatzt ist, während die Christmette dann nicht mehr voll geworden ist. Das war im letzten Jahr – Gott sei Dank – wieder anders. Trotzdem sei es hier nochmal wiederholt: Die Kindermette ist für Kinder und alle diejenigen, die dazugehören, also Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel, Paten u.s.w. in Begleitung der Kinder. Alle anderen sind herzlich eingeladen, die Christmette mitzufeiern. Der     18-Uhr-Termin für die Christmette ist ein Alleinstellungsmerkmal unserer Gemeinde unter den Gemeinden der Ökumene in Bad Tölz. Nach unserer Christmette kommt man ungefähr um 19.30 Uhr nach Hause, das lässt immer noch viel Zeit für die häusliche Weihnachtsfeier einschließlich Abendessen. Und da wir vom mitternächtlichen Termin wieder abgerückt sind, ist nach unserer Christmette niemand mehr unter Zeitdruck, um in eine mitternächtliche Mette zu kommen. 

HERZLICHE EINLADUNG!

 

 

 

Sternsingeraktion


Zum ersten Mal planen wir zum Erscheinungsfest/Dreikönig eine Sternsingeraktion mit unseren (Kommunion-)Kindern.

Die Sternsinger bekommen am Vorabend des Erscheinungs-festes/Dreikönig Weihrauch und Kreide und machen sich am 6. Januar, dem Feiertag, auf den Weg durch das Gebiet der Filialgemeinde. Natürlich werden sie da von Erwachsenen von Ort zu Ort gefahren, das lässt sich bei unseren großflächigen Strukturen gar nicht anders machen.

Die Sternsinger bringen Ihnen den Segen zum neuen Jahr für Sie und Ihre Lieben in Haus und Hof.

Natürlich freuen sich die Kinder, wenn Sie mit „Naturalien“ entlohnt werden.

Das Geld, das sie sammeln ist zu 100 % für die Sternsingeraktion des katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland, das ein Kinder- und Schulprojekt unserer Schwesterkirche auf den Philippinen fördert. Näheres war in der Oktober-Ausgabe von Christen heute schon nachzulesen. Ab den Weihnachtstagen liegen dann auch Informationen dazu in der Tennerkapelle aus.

 

Wenn Sie einen Besuch der Sternsinger am 6. Januar wünschen, bitte geben Sie uns kurz Bescheid, am besten per Email:                  badtoelz(at)alt-katholisch.de

oder sie rufen an, oder tragen sich bei den Weihnachtsgottesdiensten in eine Liste ein, die in der Tennerkapelle aufliegt. Zum Jahreswechsel können wir Ihnen dann die ungefähre Uhrzeit rückmelden, zu der Sie von den Sternsingern besucht werden.

 

Wir kommen gerne und freuen uns.

 

20 * Christus + Mansionem + Benedicat * 17

 

 

 

Gemeindefahrt über Trier und Echternach nach Utrecht

Vorankündigung:                         

Im kommenden Jahr wollen wir die schon lange anvisierte Gemeindefahrt nach Utrecht endlich Wirklichkeit werden lassen. Die genauen Details stehen noch nicht fest, wohl aber die Eckdaten: Wir wollen am Samstag nach Ostern, also am 22. April 2017 mit einem oder zwei (je nach Teilnehmerzahl) Kleinbussen losstarten, so dass wir am Samstagabend in Trier eintreffen. Am Sonntag Stadtführung und Gottesdienst mit den dortigen Alt-Katholiken. Am Montag dann Fahrt nach Echternach/Luxemburg zum Grab des Heiligen Willibrord. Von da aus geht es nach Utrecht, einer bezaubernden niederländischen Stadt, die auch der Sitz des alt-katholischen Erzbischofs ist. In Utrecht bleiben wir bis zum Freitag, dem 28. April. Die Stadt selber bietet viel zum Anschauen und mit dem Kleinbus sind auch Ausflüge in die Umgebung kein Problem. Eine Begegnung mit dem Erzbischof Joris ist geplant. Die Rückfahrt treten wir dann am Freitag, dem 28. April an. Zwischenstation wird am Rhein sein, so dass wir am Samstag, dem 29. April zurückkommen.

Wer grundsätzlich interessiert daran ist und terminlich zu der Zeit kann, möge sich bitte melden, dann hab ich einen ungefähren Überblick über die Teilnehmerzahl und kann konkretes festlegen. Einzelheiten gibt es dann bis zum 1. März 2017.         

P.P.

HERZLICHE EINLADUNG!

 

 

 

Kirchenzettel NEU!

Wie bereits angekündigt hat dieser Kirchenzettel ein neues Format und vor allem eine längeren Geltungsdauer. Ab jetzt erscheint der Kirchenzettel in dreimonatiger Frequenz anstatt wie bisher in zweimonatiger. Damit kommt er nur noch vier mal im Jahr, immer zu den meteorologischen Jahreszeiten. Um den Inhalt auf wie bisher höchstens zwei DIN A4-Blätter zu bekommen, mussten wir eine kleinere Schrift-größe wählen – das ließ sich nicht vermeiden.

Um Druck- und vor allem Versandkosten zu sparen, freuen wir uns, wenn Sie den Kirchenzettel einfach per Email bestellen. Er kommt ab jetzt per Email im pdf-Format.

Das hat aber nur Sinn, bei Menschen, die auch ihre Emails abfragen ;-)

 

 

 

Regelmäßige Gottesdienste

Gottesdienst in der Tennerkapelle
Gottesdienst in der Tennerkapelle

Sonntag abwechselnd 10:00 Uhr oder 19:00 Uhr

in der Tennerkapelle, Benediktbeurer Straße 2.

Den Zeitpunkt finden Sie unter Termine.

 

 

Hausbesuche – Krankenkommunion


Gerne besuch ich Sie zu Hause, einfach so, um sich kennenzulernen, oder wenn Sie aus Gesundheits- oder Altersgründen nicht zum Gottesdienst kommen können, bringe ich Ihnen gern die Kommunion nach Hause oder feiere mit Ihnen daheim Gottes-dienst. Das gilt immer, insbesondere  im Advent und in der Weihnachtszeit.        

Anruf genügt: (08041) 73550                                                                       

 Peter Priller                                                                                            

 

 

 

Freitag, 9. Dezember

6.30 Uhr Rorate-Gottesdienst

Sonntag, 11. Dezember

10:00 Uhr Familiengottesdienst in St. Willibrord

anschließend vorweihnachtliche Feier

Freitag, 16. Dezember

6.30 Uhr Rorate-Gottesdienst in St. Willibrord  

19.00 Uhr Adventsfeier der baf-Frauengruppe im Gartenhaus

Freitag, 23. Dezember

6.30 Uhr Rorate-Gottesdienst

Sonntag, 25. Dezember, Weihnachten

10.00 Uhr Festgottesdienst

Montag, 26. Dezember, Zweiter Weihnachtstag

19.00 Uhr Eucharistiefeier

Freitag, 3. März

19.00 Uhr Weltgebetstagsgottesdienst in St. Willibrord