Bad Tölz

Gemeindebrief

„Welt ist nicht nur, was Menschenaugen sehn und Ordnung mehr als wir davon verstehn …“ (Joachim Vobbe)


Diejenigen von Ihnen/Euch, die regelmäßig oder gelegentlich mit uns Gottesdienst feiern, kennen wahrscheinlich diesen Satz aus dem Lied „In deiner Schöpfung birgt sich dein Gesicht“, dessen Text unser kürzlich verstorbener Bischof em. Joachim Vobbe verfasst hat. Ich möchte diesen Gemeindebrief, auch um seiner zu gedenken, mit diesem Zitat beginnen, schließlich ist Joachim Vobbe ja sowas wie der „Gründer-Bischof“ unserer Filialgemeinde.

Meistens schreibe ich an dieser Stelle etwas Spirituelles oder Theologisches, oder auch einfach etwas Wissenswertes über die Zeit des Kirchenjahres, die im jeweiligen Kirchenzettel gerade dran ist. Oder ich versuche aktuelles politisches Geschehen, das die Welt bewegt, im Licht des christlichen Glaubens zu interpretieren.

Diesmal wollte ich was anderes machen und hatte bereits einen Gemeindebrief über die alt-katholische Kirche und ihre geistigen Wurzeln in der Aufklärung verfasst. Das schien mir dann beim Durchlesen doch zu philosophisch. Wen’s interessiert, der oder die kann den Beitrag gerne bei mir per Email anfordern – ein kleines philosophisch-theologisches „Traktätchen“, m.E. natürlich lesenswert, aber kein Gemeindebrief. (Bin gespannt, ob das jemand macht …)

Dann ist mir – weil’s um Aufklärung ging – genau dieses Lied eingefallen. Das mag manche verwundern, aber es ist so.

Ein aufgeklärter Glaube ist eben nicht, wie viele katholische Dogmatisten und reformatorische Evangelikale meinen, ein lauer Glaube oder eine laxe Lebenshaltung, sondern, ein nüchterner Glaube, der drei Dinge erfordert: Mut, Vertrauen und Demut. Aufgeklärter Glaube fordert den Mut, eigene Lebensentscheidungen zu treffen und angstfrei zu ihnen zu stehen. Das ist keineswegs immer leicht und fordert ein gewisses Maß an innerer Autonomie. Viele, die diese innere Autonomie erlangen, werfen den althergebrachten Glauben dann über Bord und gestalten ihr Leben weitgehend ohne Religion. Andere aber gewinnen diese Autonomie, dieses in sich und zu sich Stehen genau durch den Glauben – Glauben im Sinne von darauf vertrauen, dass ich von Gott geliebt und angenommen bin mit all meinen Stärken und Schwächen. Und ein solcher Glaube fordert eine innere Demut – nicht vor kirchlichen und weltlichen Autoritäten, sondern vor Gott und seinen Plänen mit dieser Welt und mit jeder einzelnen Menschenseele. Das hat konkrete Auswirkungen. Ein aufgeklärter Christ, eine aufgeklärte Christin muss nicht alle Phänomene in dieser Welt als gut oder schlecht bewerten. Maßstab für das Handeln ist der Respekt vor einander, vor dem Menschenbruder oder der Menschenschwester unabhängig davon wie sie oder er das Leben gestaltet. Natürlich kennt auch dieser bewertungsfreie Respekt Grenzen, nämlich genau da, wo der Mensch verachtet und in seiner Würde verletzt wird. Aber davor hat viel Platz, eine große Bandbreite bunt gestalteten Lebens.

„Welt ist nicht nur, was Menschenaugen sehn und Ordnung mehr als wir davon verstehn …“

Mit dem Lied von Bischof Joachim möchte ich Mut machen, zu glauben und zu leben in der – und jetzt zitier ich zum Reformationsjubiläum Luther – „Freiheit eines Christenmenschen“.

 

1. In deiner Schöpfung birgt sich dein Gesicht, / in stiller Ordnung, die den Kosmos hält, / in Pflanze, Tier und Vielfalt dieser Welt. / Was du geschaffen hast, verlässt du nicht.

2. Welt ist nicht nur, was Menschenaugen sehn, / und Ordnung mehr, als wir davon verstehn. / Anfang und Ziel – dir, Einziger, gehört’s, / denn größer bist du, Gott, als unser Herz.

3. Im Brot und Wein enthüllst du dein Gesicht. / In dem, was wir gesät auf unserm Feld, / kommt Christus, deine Liebe, in die Welt. / Du lässt dein pilgernd Volk verhungern nicht.

4. Brot bleibt nicht Brot und Wein bleibt nicht nur Wein: / Dein Kind macht Schwaches stark und Großes klein. / Auflebt die Saat, der Keim treibt himmelwärts, / denn größer bist du, Gott, als unser Herz.

5. Im Menschenantlitz schaun wir dein Gesicht. / In seinen Wunden und in seiner Angst / zeigst du, dass du um Heilung mit uns bangst. / Du löschst die schwache Glut des Dochtes nicht.

6. An unsren Kreuzen bleibt die Sehnsucht heil: / Wir nehmen, Gott, an deinem Leben teil. / Schuld bleibt nicht Schuld und Schmerz ist nicht mehr Schmerz, / denn größer bist du, Gott, als unser Herz.

Text: Joachim Vobbe (kath. Bischof der Alt-Katholiken in Deutschland 1995-2010, gest. 26.7.2017)

 

In diesem Sinn: Erfüllte Herbsttage und innere Gelassenheit!


Ihr / Dein / Euer                                                                                            Kurat Peter Priller

 

 

 

                      

                                                                 Termine in Bad Tölz

 

 

 

 

 

 

Tagesausflug am 22. Oktober 2017

 

Am 22. Oktober treffen wir uns um 8.00 Uhr vor der Tennerkapelle zu einem Tagesausflug mit Privatautos. Bislang ist es eine „Fahrt ins Blaue“. Wir werden auf jeden Fall am Zielort Gottesdienst feiern. Rückkehr sollte gegen 18.00 Uhr sein. Näheres in den Gottesdiensten ab Anfang Oktober!               

HERZLICHE EINLADUNG!

 

 

Teilgemeindeversammlung

 

Am Sonntag, dem 5. November 2017 laden wir nach dem 10-Uhr-Gottesdienst herzlich ein zu einer Teilgemeindeversammlung. Themen dabei werden sein:

1. Nach- oder Neuwahl der Beiratsmitglieder in 2018

2. Gottesdienste in der Advents- und Weihnachtszeit

3. Sternsinger 2018

4. Mehrtägige Gemeindefahrt 2018 oder 2019

5. Firmlinge und Jugendarbeit

6. Sonstiges - Verschiedenes

 

 

Regelmäßige Gottesdienste

Gottesdienst in der Tennerkapelle
Gottesdienst in der Tennerkapelle

Sonntag abwechselnd 10:00 Uhr oder 19:00 Uhr

in der Tennerkapelle, Benediktbeurer Straße 2.

Den Zeitpunkt finden Sie unter Termine.

 

 

Hausbesuche – Krankenkommunion


Gerne besuch ich Sie zu Hause, einfach so, um sich kennenzulernen, oder wenn Sie aus Gesundheits- oder Altersgründen nicht zum Gottesdienst kommen können, bringe ich Ihnen gern die Kommunion nach Hause oder feiere mit Ihnen daheim Gottes-dienst. Das gilt immer .

Anruf genügt: (08041) 73550                                                                        

Peter Priller                                                                                            

                                                                    

 

 

Wochenende 13. - 15. Oktober

Ökumenisches Bibelwochenende

Sonntag, 22. Oktober

Tagesausflug

Sonntag, 5. November

Teilgemeindeversammlung