Entwicklung der Gemeinde Der Alt-Katholizismus stand in Konstanz seit seinen Anfängen 1873 auf einer breiten Basis. Etwa 60% der Konstanzer wurden damals alt-katholisch. Die beiden Weltkriege haben die Gemeinde stark reduziert. Ebenso sind viele Familien durch Heirat wieder römisch-katholisch geworden. Die niedergelassenen Alt-Katholiken im Bodenseekreis und Ravensburg kamen durch Zuzug vom Randen und anderen Gemeinden. Nach dem 2. Weltkrieg haben sich in einigen Landkreisen Sudetendeutsche niedergelassen, die ihre Heimat verloren haben. Bis 1992 nahm die Gemeinde immer mehr ab, es gab einige Beitritte, aber der ständige Wechsel der Geistlichen führte zu einer starken Reduzierung der Gemeindeglieder. Seit einigen Jahren ist die Gemeinde in einem guten äußeren wie auch inneren Wachstum begriffen. Durch jährliche Beitritte hat die Zahl der Mitglieder zugenommen und junge Familien mit Kindern und Jugendlichen beleben die Gemeinde. Der Dialog zwischen Jung und Alt ist erfreulich positiv und trägt zu einem regen christlichen Leben bei. Der Bodensee ist die Attraktion und das Freizeiterlebnis unserer Region. Aber leider teilt der See die Gemeinde in zwei Hälften, so dass die Seelsorge und das Leben in der Gemeinde erschwert werden. Trotzdem fühlen sich alle, inklusive der großen Diaspora auf beiden Seiten des Sees, als eine Gemeinde. Dies wird erfahrbar in der Zusammensetzung des Kirchenvorstandes, in der Feier der Gottesdienste und Gemeindefeste. Die Gemeinde Konstanz mit der Diaspora dehnt sich über fünf Landkreise aus: Die Hälfte des Kreises Konstanz, der Bodenseekreis, der Kreis Lindau, der Kreis Ravensburg und der Kreis Biberach. Es gibt gute und intensive Kontakte zu den Nachbarn über die Grenzen nach Schaffhausen, St. Gallen und Vorarlberg. Die Gemeinden laden sich gegenseitig zu Gartenfesten und Gesprächen über die Grenzen ein. An Pfingstmontag 1996 empfingen die ersten Priesterinnen des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland durch Bischof Joachim Vobbe in der katholischen Christuskirche der Alt-Katholiken in Konstanz das Sakrament der Priesterweihe. Festschriften der Gemeinde: 25 Jahre alt-katholische Gemeinde Konstanz 1873 - 1898 (Joseph Laible, Chronik der alt-katholischen Gemeinde Konstanz). Die alt-katholische Gemeinde Konstanz, (Dr. Wilhelm Cajetan Schirmer, 1906). 100 Jahre alt-katholische Gemeinde Konstanz 1873 - 1972. (Georg Retzlaff, Denkschrift, 1973). Die Gemeinde verfügt über ein großes und gut erhaltenes Archiv, das z.Zt. geordnet wird. Weitere Artikel und Bücher über alt-katholische Gemeinden in Deutschland können in den Archiven des Ordinariates und dem alt-katholischen Seminar in Bonn eingesehen werden. Hervorragende Persönlichkeiten der Gemeinde Konstanz waren: Joseph Laible, Ludwig Leiner, Bürgermeister Fritz Arnold. Kirchen 16. Februar 1873 bis Januar 1904: Augustinerkirche (heute Dreifaltigkeitskirche) 13. Januar 1904 bis heute: Christuskirche. Die Christuskirche ist seit der Säkularisation im Besitz des Landes Baden, heute Baden-Württemberg, und steht seit 1904 der Katholischen Kirchengemeinde der Alt-Katholiken Konstanz zur Nutzung zur Verfügung. Pfarrer und Vorsitzende des Kirchenvorstandes Vorsitzende des Kirchenvorstandes: 1. Vorsitzender Emil Fieser, 2. Anton Schmidt Seit der Amtszeit von Pfarrer Dr. Wilhelm Cajetan Schirmer waren auf Geheiß der badischen Regierung die Pfarrer Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Pfarrer der Katholischen Gemeinde der Alt-Katholiken Konstanz: 1873 - 1874 | Prof.Dr. Friedrich Michelis | 1874 - 1879 | Gallus Hosemann | 1879 - 1889 | Dr. Nikolaus Mosler | 1889 - 1897 | Wilhelm Bauer | 1897 - 1914 | Dr. Wilhelm Cajetan Schirmer, Geistl. Rat | 1914 - 1923 | Paul Heuschen, Pfarrkoadjutor | 1923 - 1926 | Prof.Dr. Rudolf Keussen | 1927 - 1950 | Paul Heuschen, Geistl. Rat | 1950 - 1953 | Wilhelm Grzuna | 1953 - 1961 | Dr. Josef Heinsberg | 1961 - 1964 | Ernst-Wilhelm Heese | 1964 - 1967 | Bruno Middeke, Pfarrverweser | 1967 - 1972 | Prof.Dr. Christian Oeyen | 1972 - 1975 | Georg Retzlaff, Vikar | 1976 - 1982 | Karl Harrer | 1983 - 1992 | Rudolf Birkhäuser | 1992 | Hermann-Eugen Heckel | Geschichtlicher Überblick 12. April 1872: Gründung eines altkatholischen Vereins von Anwalt Marquier. 81 Männer traten bei. 08. Februar 1873: Prof.Dr. Friedrich und Prof.Dr. Michelis sprechen über das Dogma der Unfehlbarkeit im "Falken" in Konstanz. 09. Februar 1873: 3000 Zuhörer im Konzilsaal 10. Februar 1873: 657 Männer geben ihren Protest gegen das Vaticanum I vor dem Großherzoglischen Notar Schwarz ab. 16. Februar 1873: Seitens des Ministeriums wird den Alt-Katholiken die Augustinerkirche zur Mitbenutzung überwiesen. 28. Februar 1873: Prof.Dr. Michelis hält den ersten alt-katholischen Gottesdienst in der Augustinerkirche und tauft das erste Kind. 31. Juli 1873: Wahl des ersten Kirchenvorstandes: Eduard Delisle, Emil Fieser, Heinrich Galler, Joseph Laible, Ludwig Leiner, Benedikt Martignoni, August Riggler, Joseph Rothenhäuser, Anton Schmidt, Fidel Stadelhofer, Ernst Straub und Konrad Zimmermann. 10.-15. September 1873: 3. Alt-Katholiken Kongress in Konstanz. 236 Abgeordnete aus 740 Orten des Deutschen Reiches. 46 aus Österreich. 06. November 1874: Staatliche Anerkennung der Katholischen Kirchengemeinde der Alt-Katholiken Konstanz als Körperschaft des öffentlichen Rechts. 01. Februar 1888: Mit 23 Mitgliedern wird der erste alt-katholische Frauenverein geründet.
Im 1. Vereinsjahr werden 186 Mitglieder gezählt, wovon 64 Frauen in der ehrenamtlichen Krankenpflege tätig waren und über 80 Kranke gepflegt wurden. |