Jakobuskapelle

Die alt-katholische Jakobuskapelle in Koblenz

Am Alten Hospital / Ecke Kastorhof gegenüber der Basilika St. Kastor liegt innerhalb des ehemaligen Von-der-Leyenschen Hofes einer der reizvollsten Koblenzer Sakralbauten: die 1355 erbaute gotische Kapelle der alt-katholischen Gemeinde St. Jakobus. Der Patron der Kirche und Gemeinde ist Jakobus der Ältere. Neben der Kapelle, die als Friedhofskapelle des Deutschen Ordens erbaut wurde, lag der dazu gehörende Friedhof. Dem äßeren Prospekt wurde vom kurtrierischen Hofbaumeister Johannes Seiz um 1725 ein einheitliches Aussehen im Renaissancestil gegeben.

Im Kriegsjahr 1944 wurde das Anwesen derer von der Leyen zerstört. Da man mit dem Wiederaufbau recht lange zögerte, konnte das großartige Palais nur noch abgerissen werden. Die Jakobuskapelle wurde in den Jahren 1965-1968 wieder aufgebaut und war bis zum 24. November 2013 der Hauptgottesdienstort der Gemeinde. Sie wird heute noch gerne für kleinere Gottesdienste oder Konzerte benutzt.

 

 

Das Innere der Jakobuskapelle aus dem 14. Jh.

Die Gemeinde übernahm die Innenausstattung. Der Bildhauer Heinrich Voegele-Mönnighoff (1907-1987) entwarf und arbeitete den Altar. Auch die Gitter des Tabernakels, ein offenes Sakramentshäuschen aus der Zeit der Gotik, entwarf er. Vom selben Künstler stammt der Entwurf für das schmiedeeiserne Ambo, das als Erinnerung an den Deutschen Orden dessen Kreuz trägt. Die kupfernen Türgriffe sind als Muscheln ausgebildet, dem Symbol des Kirchenpatrons.

Im Jahr 1976 schenkte Heinrich Voegele-Mönnighoff seiner Gemeinde eine Keramikfigur des heiligen Jakobus und eine Madonna mit der Sonnenblume. Beide Plastiken sind heute in Bronze gegossen. Sie fügen sich in Ausdruck und Form hervorragend in den gotischen Raum ein. Der Abguss des Kruzifixus des kroatischen Künstlers Ivan Mestrovic (1883-1962) an der Chorrückwand beherrscht den ganzen Raum.