Landau
Gottesdienst: Sonntags, 18 Uhr: Katharinenkapelle, Kaufhausgasse 16
Die Katharinenkapelle ist Landaus zweitälteste Kirche, gebaut wurde sie nach einem Beschluss des Stadtrates im Jahr 1344 für die Beginen. 1315 hatte König Friedrich der Schöne den in Landau wohnenden Beginen im Norden der Stadt einen Platz angewiesen, auf dem früher die alte Reichsburg stand. Die Beginen, zum Teil aus wohlhabenden Familien, gelten als der erste weltliche Verein frommer Frauen für religiöse und praktischen Zwecke, ganz besonders aber zu dem Zweck, die gesellschaftliche Stellung eheloser Frauen der mittleren Stände wieder aufzubessern und zwar nicht durch strenge Abgeschlossenheit von der Welt, sondern besonders durch Krankenpflege, Beschützung Verlassener, Rettung Gefallener und Erziehung Unmündiger. Weiterhin betätigten sie sich als Leichenwäscherinnen oder übten das Textilhandwerk aus. Auch wenn die meisten Beginen wohlhabend waren, sorgten sie so durch diese Tätigkeiten für ihren Lebensunterhalt.
Das Wirken der Beginen war in Landau anerkannt, dennoch werden sie immer wieder der Häresie verdächtigt, nicht zuletzt weil sie ihre Vorsteherin für zwei Jahre wählten und keine Dachorganisation aufbauten, die dann „von oben” beeinflussbar gewesen wäre. Mit der Reformation lösten sich die Beginen-Vereinigungen allmählich auf, einige Frauen stellte sich dem Franziskaner- oder dem Dominikanerorden zur Verfügung, andere wurden zu Mitgründerinnen der heutigen evangelischen Frauenstifte und Diakonissen-Häuser. Im mittlerweile protestantischen Landau starb 1527 die letzte Begine im Bürgerspital, der ehemaligenBeginenklause, die von der protestantischen Kirche übernommen und weitergeführt wurde.
Die Alt-Katholische Kirchengemeinde St. Katharina Landau teilt sich die Kapelle mit der Selbständigen Ev.- Lutherischen Katharinengemeinde.