Gemeindebrief

Anklicken für Gemeindebrief als PDF-Datei.

Das Fest des Heiligen Geistes

Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes. Das Wort „Geist“ hat in der deutschen Sprache einen eigenartigen Klang und schillernde Bedeutungen. Was man nicht sehen kann, ist ja auch schwer zu begreifen und zu verstehen. Gottes heiliger Geist kann aber an seinen Wirkungen erkannt werden. In seiner Antrittsrede in Nazareth sagt es Jesus mit den Worten des Propheten Jesaja: „Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine Gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe“ (Lk4,18ff). Der Geist treibt an und gibt die Kraft, füreinander da zu sein und sich besonders für die einzusetzen, deren Leben in irgend einer Art und Weise un-heil ist. 

Mit diesem Geist sind auch wir ausgerüstet, „denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“(Röm5,5), es ist „der Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“(2Tim1,7).

Dieser Geist ist uns allen geschenkt, ist Gabe und Aufgabe, als Geistliche in dieser Welt zu leben, damit die Welt - meine Welt - immer mehr Welt Gottes wird und das Leben der Menschen heiler werden kann. 

Wie könnte das konkret ausschauen?

In unserer Gesellschaft, in der immer mehr Menschen immer weniger Zeit zu haben scheinen und sich immer mehr neuen Zwängen aussetzen (z.B. in der Freizeitgestaltung) können Christen versuchen, gelassener zu leben, sich bewusst Zeit füreinander zu nehmen, rücksichtsvoll, höflich und liebevoll miteinander umzugehen: in der eigenen Familie, im Haus, in dem wir mit anderen wohnen, mit den Nachbarn, bei den alltäglichen Wegen, beim Einkaufen, im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz. 

Stellen wir uns einmal vor, wie das konkret wäre, wenn es möglichst viele auch nur versuchen würden! 

Dazu kommt das Engagement im politischen Bereich: Ich meine das nicht ausschließlich im Sinne von Parteipolitik, sondern politisch in dem Sinn, „was alle angeht“. Sich einsetzen dafür, dass Gerechtigkeit und Frieden werden können. Hier bei uns und überall im „globalen Dorf Erde“.

Der Geist Gottes bewegt, dass sich Menschen für den Frieden einsetzen, für die Verständigung untereinander, für Gerechtigkeit und Versöhnung. Das zeichnet die Söhne und Töchter Gottes aus, an denen Gott Gefallen findet. 

In unserem Leben soll erkennbar sein, wessen Geistes Kinder wir sind! 

Bitten wir den Heiligen Geist, wie es in einem alten Kirchenlied (EST 433) heißt:

„Du stille Macht, du verborgene Kraft,
Geist des Herrn, der in uns lebt und schafft,
wohne du uns inne, uns anzutreiben;
bete du in uns, wo wir stumm bleiben.
Du mächtiger Hauch, unerschaffene Glut,
Geist des Herrn, gib du uns neuen Mut,
dass wir Gottes Liebe den Menschen künden
und als Schwestern und Brüder uns finden.“

Pfarrer Bernd Panizzi