Gemeindebrief

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In der Kraft des Geistes

Pfingsten ist der Geburtstag der Kirche. Am Pfingsttag wurden die Jüngerinnen und Jünger mit dem Heiligen Geist erfüllt und verkündeten allen die Frohe Botschaft, dass Gott Jesus von Nazareth nicht im Tod gelassen, sondern zu einem neuen Leben auferweckt hat. „Mit Gewissheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt“ sagt Petrus in seiner „Pfingstpredigt“ (Apg 2,36). Diejenigen, die diese Botschaft annahmen, ließen sich auf den Namen Jesu Christi taufen. Eine neue Gemeinschaft war damit buchstäblich aus der Taufe gehoben. Ihre Merkmale: „Sie hielten an der Lehre der Apostel fest, an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten. Alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte“ (vgl. Apg 2,42ff).

Was hier von den Anfängen der Kirche vom Evangelisten Lukas wohl etwas idealisiert dargestellt wird, zeigt deutlich auf, was Kirche ausmacht und weshalb Kirche auch nach fast 2000 Jahren aktuell ist: Die Verkündigung der Frohen Botschaft von Jesus von Nazareth, dem Christus, dem auferweckten und erhöhten Herrn, dessen Anliegen das Reich Gottes ist, damit wir Menschen „das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10). Darum geht es: Um erfülltes Leben. Dass unser Leben gelingt, wenn wir uns auf Jesus Christus und sein Herzensanliegen vom Reich Gottes, einem Be-Reich der Gerechtigkeit, des Friedens und der Liebe, einlassen.

Der Glaube an den Gott Jesu, der Leben schenkt auch über den Tod hinaus, soll gemeinsam gefeiert werden im Gottesdienst, wenn wir den Auftrag Jesu erfüllen und sein Gedächtnis begehen. In der Kraft des Geistes schenkt uns der lebendige Christus seine Gegenwart und stärkt uns für unseren Alltag, als Kinder Gottes, als Salz der Erde und Licht der Welt zu leben und füreinander und unsere Nächsten da zu sein. Das meint Gottesdienst: So dient Gott den Menschen, damit unser Leben gelinge und das Leben all derer, die uns zu Nächsten werden. Das ist Leben in Fülle, sinnvolles Leben. Erfahrungen wie Krankheit, Leid oder Tod werden dabei nicht ausgeblendet. Erfülltes Leben ist nicht ein vor allem bewahrtes Leben, sondern geheiltes Leben. Der auferstandene Christus ist an seinen Wundmalen zu erkennen! Dort, wo Christen leben, soll dies spürbar werden, Wunden sollen heilen. Und dazu haben wir „göttlichen Beistand“: „Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Röm 5,5). Alle sind wir Geistliche, alle sind wir Kirche. Alle, die an Jesus Christus glauben. Wir sind verbunden in Christus in der Kraft des Geistes.

So stehen auch wir als alt-katholische Kirchengemeinde in dieser langen Tradition der Zeuginnen und Zeugen und versuchen miteinander Gemeinde Jesu Christi zu sein. Gemeinde wird so, wie jede und jeder sich einbringt – in der Verbundenheit miteinander, mit anderen christlichen Gemeinden, mit den anderen Gemeinden unseres Bistums und unserem Bischof.

Jede und jeder soll seine Gaben und Begabungen, Charismen und Talente einbringen, die der Geist Gottes schenkt, „damit sie anderen nützen“, „für den Aufbau des Leibes Christi“ (1 Kor 12).

In der Kraft des Geistes wird es uns gelingen.

Pfarrer Bernd Panizzi