Gemeindebrief

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Gemeinsam auf dem Weg - Bistumssynode 2018

Zu den Dingen, die Alt-Katholiken von römischen Katholiken unter-scheiden, gehört die Feier von Synoden, wie sie die alte Kirche feierte und wie wir sie wieder vom 3. bis 7. Oktober in Mainz haben werden. Natürlich haben auch die römischen Katholiken Synoden, aber römische Synoden haben nur beratenden Charakter, am Ende entscheidet der römische Papst allein mit seiner höchsten Jurisdiktionsgewalt. So wollte die Mehrheit der deutschen Bischöfe (ganz abgesehen von den Laien, die nicht gefragt werden) nicht römisch-katholischen Ehepartnern den Empfang der Kommunion gestatten. Eine konservative Minderheit dagegen wandte sich (in diesem vor allem deutschen Problem) an den Papst, der nun entscheiden soll.

Hier sind wir Alt-Katholiken mit der Einladung zur Kommunion an alle Christinnen und Christen schon weiter: Ich erinnere mich noch gut an unsere außerordentliche Synode von 1985, in der wir als deutsche Alt-Katholiken das Abkommen über die gegenseitige Einladung zum Abendmahl mit der Evangelischen Kirche in Deutschland billigten. Im Lauf der ökumenischen Diskussion hatte der Satz aus der Antwort auf die Frage 80 des Heidelberger Katechismus: „Deshalb ist die Messe im Grunde nichts anderes als eine Verleugnung des einzigen Opfers und Leidens Jesu Christi und eine verfluchte Abgötterei“ seinen Sinn verloren. Für viele Alt-Katholiken war diese Überschreitung traditioneller Konfessionsgrenzen damals irritierend, doch am Ende konnte im geschwisterlichen Dialog die Einheit auf dem gemeinsamen Weg (das griechische Wort „Synode“ bedeutet „gemeinsamer Weg“) bewahrt werden. Auch auf der kommenden Synode werden wir nach dem Abkommen mit der schwedischen lutherischen Kirche wieder die Überschreitung der Grenze zu einer anderen Kirche feiern können.

Es ist zu hoffen, dass über den vielen Verbesserungsvorschlägen für unsere kirchlichen Ordnungen und Satzungen die Einheit im Notwendigen gewahrt bleibt, bei aller „Regelungswut“ die Freiheit des Anderen geachtet wird und über allem die Liebe herrschen wird. Auf der Synode soll auch das Thema „Frieden“ intensiv diskutiert werden. Hoffentlich mit einem fruchtbaren Ergebnis. Und wer sich für den Dienst in unserem Bistum berufen fühlt und für ein Amt kandidiert, soll nicht enttäuscht sein, wenn ein/e andere/r in der Wahl das Rennen macht. 

Ewald Keßler