baf-Zukunftsgipfel

 

Die diesjährige baf-Tagung war ein wenig anders als sonst. Wir wurden nämlich zu einem Zukunftsgipfel eingeladen und sollten Pläne für die nächsten zehn Jahre schmieden. Ich glaube, dem Vorstand war ein wenig bange, ob sich die Teilnehmerinnen darauf einlassen würden. Kein Problem: die Stimmung war gut, wir alle arbeiteten gern und intensiv mit. Und alle kamen auf ihre Kosten, denn die gewohnten und beliebten Elemente jeder baf-Tagung fehlten keinesfalls: es wurde viel gesungen, intensiv nachgedacht, Theater gespielt, gemalt, mal meditativ, mal fetzig getanzt – und auch herzlich gelacht. Sogar die Sonne lachte uns – nach einem schrecklich nassen Anreisetag – fast durchgängig an.

 

„Das ist ja der Gipfel!“ war das Motto des Begrüßungsabends. Und wie immer wurde uns das Thema erstmal mit Komik nahegebracht: Eine neue Teilnehmerin (gespielt von Lydia Ruisch) musste von ihrem Irrglauben befreit werden, baf stehe für „Bund Attraktiver Frauen“, und die Frauenstärken, denen wir trauen sollten, seien muskulärer Art.

 

Wertschätzende Interviews

 

Durch das Gipfeltreffen führten uns Benedikta Klein und Dirgis Wansor, und der sehr durchdachte Arbeitsprozess von fantastischen Visionen hin zu realistischen Plänen beeindruckte mich sehr. Ein gutes Beispiel für die Methodik war am Freitag das Interview in Paaren: wertschätzendes Erkunden. Es ging dabei um meine persönlichen Erfahrungen mit dem baf. Die Fragen stellten wir uns gegenseitig nach einem vorgegebenen Schema. Nach wenigen Minuten wurden wir „abgegongt“ und mussten zur nächsten Frage übergehen. Diese Strenge fand ich wohltuend und wirkungsvoll. Ich lernte meine Gesprächspartnerin auf spannende Weise besser kennen, und es kristallisierte sich im Laufe des Gesprächs das Wesentliche heraus.

 

Stark in Erinnerung bleiben mir die vielen Plakate, die wir in Arbeitsgruppen anfertigten. Verschiedene Symbolbilder für den baf stellten sie dar: eine wärmende Sonne, ein Leuchtturm, ein Netz, ein nährender Komposthaufen. Wir waren uns größtenteils darüber einig, was die Stärken vom baf sind: Offenheit, Gemeinschaft, Zusammenhalt, Wertschätzung, das gemeinsame Fundament im Glauben.

 

baf 2018

 

Später haben wir unsere Visionen für baf im Jahre 2018 entworfen und in Skizzen dargestellt. Und auf diese Weise erfuhren wir von den 35 Reisebussen, die zur Jahrestagung 2018 fuhren, von den 13.000 baf-Frauen in Deutschland, von der baf-Parade in Berlin (bei der „All you need is baf“ aus 500.000 Kehlen gesungen wurde) und sogar von der baldigen Vermählung der Vorsitzenden vom baf-Italien mit Papst Florian I.!

 

Am Samstag ging es dann richtig zur Sache, und wir überlegten uns eine Menge Ziele für den baf, für die wir am Nachmittag drei ganz konkrete und persönliche Schritte erarbeiteten. Um unsere Selbstverpflichtung auszudrücken, sind wir diese Schritte auch symbolisch gegangen – und zwar entlang einer Schnur am Boden. Zu guter Letzt ließen wir bei Dunkelheit einen mit unseren Namen beschriebenen Feuerballon aus Papier in den Himmel steigen.

 

Wir haben sehr intensiv gearbeitet, und es kamen viele konkrete Pläne dabei heraus: ein Ideenpool und ein Talentepool im Internet; ein Newsletter über gesellschaftspolitische Themen – als Ansporn, sich einzumischen; eine Liste von baf-Frauen, die anderen Unterkunft anbieten können; sowie eine informative baf-Kiste, die als Mini-baf-Mobil quer durch die Gemeinden reisen soll.

Samstagabend nahm uns der Vorstand auf eine sehr unterhaltsame Reise in die Zukunft mit. Als Abschluss am Sonntag feierten wir mit zwei Priesterinnen (Anja Goller aus Frankfurt und Marlies Dellagiacoma aus der Schweiz) einen feierlichen Gottesdienst, der nochmals unseren Blick auf die Stärken von Frauen (Maria und Judith sowie von jeder der Anwesenden) richtete.

Weil ich meine Kinder dieses Mal nicht dabei hatte, genoss ich diese Tagung ganz besonders. Ich habe die Freiheit, nur für mich da zu sein, intensiv genutzt. Zum Beispiel habe ich jeden Morgen um 7 Uhr beim Walking mitgemacht. Vollgetankt mit Inspiration und neuer Energie und mit den guten Wüschen meiner vielen baf-Freundinnen in den Ohren reiste ich Sonntag Mittag ab. Vor mir liegen nun zwölf Monate Vorfreude auf die Jahrestagung 2009!

 

Zum Schluss noch einige Eindrücke anderer Teilnehmerinnen:

„Die selbstverständliche Freundlichkeit der Aufnahme und das ‚dazugehören‘ ist klasse. ‚Fremdeln‘ war nicht nötig.“ (Christine Feldhaus, erstmals dabei); „Vision zu Träumen macht stark in Gemeinschaft, die einander trägt.“ (Heike Peschke); „Sehr gut, dicht, arbeitsintensiv, aber toll! Es ist anders als sonst. Denken in Richtung Zukunft ist eine Herausforderung und Bereicherung. Jede einzelne als Keimzelle.“ (Friedlinde Ruisch); „Die Tagung ist sehr inhaltsvoll und das Thema ist ansprechend. Es gibt viele Impulse für die Arbeit in der eigenen Gemeinde.“ (Gerlinde Grassl); „Ich bin aus dem Alltag rausgerissen und die Tage sind wie drei Wochen Urlaub. Vier baf-Tagungen im Jahr – das wäre toll.“ (Martina Zinßer)

Anja Hübel

 

 

Werkstatt Frauensonntag

 

baf hat ein neues Projekt initiiert: Werkstatt Frauensonntag. In 2009 wird in Frankfurt und Bonn je ein Werkstatttag stattfinden. Durch gemeinsames Beten, Singen, den Austausch über Bibeltexte, Erklärung und Übung liturgischer Gesten sollen Frauen in ihrer Mitverantwortung an Liturgie und Verkündigung gestärkt und ermutigt werden.

 

„Der Gottesdienst am Frauensonntag“, so Angela Berlis in Laienfrauen und Liturgie (ESWTR-Jahrbuch 9/2001), „hat sich in den (über) acht Jahrzehnten seines Bestehens von einem Gottesdienst für Frauen zu einem Gottesdienst von Frauen für die ganze Gemeinde gewandelt. Aus den Anfängen, in denen die Geistlichen mit Gebeten und manchmal auch mit Predigten die Arbeit der Frauen gewürdigt haben, entwickelte sich die Beteiligung der Frauen an Liturgie und Verkündigung“.

 

Die Werkstatttage unter Leitung der Priesterinnen Anja Goller, Frankfurt, und Henriette Crüwell, Bonn, bieten Fortbildung und ein Übungsfeld zur inhaltlichen und liturgischen Gestaltung des Frauensonntags. Es ist geplant, Bausteine aus den Werkstätten als Materialdienst zu veröffentlichen.

 

Herzlich eingeladen sind interessierte Frauen (selbstverständlich auch ohne baf-Mitgliedschaft). Ein Faltblatt ist erhältlich über die Pfarrämter, bei baf, Gregor-Mendel-Str. 28, 53115 Bonn, oder im Internet unter www.bafimnetz.de

 

Termine: 31. Januar 2009 in Frankfurt und 21. März 2009 in Bonn

 

Mariette Kraus-Vobbe