Diakonische Konferenz in Berlin
Wahl von Klaus-Dieter Kottnik zum neuen Präsidenten des
Diakonischen Werkes
Im Herbst tagte die Diakonische Konferenz in Berlin; sie ist
das oberste beschlussfassende Gremium der evangelischen Diakonie. Die
Mitglieder sind gewählte Vertreter der Landeskirchen der EKD, der Fachverbände,
weitere berufene und die Delegierten von neun Mitgliedskirchen der Diakonischen
Arbeitsgemeinschaft (hierzu zählt neben evangelischen Freikirchen auch, als
einzige „katholische“ Stimme sozusagen, unser alt-katholisches Bistum). Im
folgenden sind Auszüge aus den Presseerklärungen wiedergegeben, die von Seiten
des Diakonischen Werkes veröffentlicht wurden, zum einen als Dank an den
bisherigen Präsidenten (er war im Frühjahr dieses Jahres zurückgetreten), zum
anderen als Information über den neuen Präsidenten – nach einer spannenden und
emotionsgeladenen Wahl:
„Anlässlich der Diakonischen Konferenz würdigten der
Diakonische Rat und die Diakonische Konferenz das Wirken des vormaligen
Präsidenten, Pfarrer Dr. h.c. Jürgen Gohde. In Zeiten gravierender Umbrüche im
Sozialstaat, bei stets knapper werdenden Mitteln und wachsender Konkurrenz, hat
er eine große Aufgabe wahrgenommen. Jürgen Gohde hat diese Herausforderung
kraftvoll und mutig aufgenommen – unter Einsatz seiner hohen Kompetenz, seiner
vielfältigen Erfahrungen und seiner profunden Kenntnis der Diakonie. Vor allem
angetrieben durch ein hohes Maß an Leidenschaft für die Sache der Diakonie und
des Sozialstaates wirkte er mit grenzenlosem Arbeitseinsatz. … Er war auch in
der Politik ein hochgeschätzter Gesprächspartner. Gohde hat mit strategischem
Weitblick frühzeitig erkannt, dass die Diakonie sich den veränderten
Bedingungen anpassen muss. Er hat als Theologe und Sozialpolitiker immer wieder
notwendige Veränderungen in der Diakonie angestoßen. Unter seiner Führung hat
das Diakonische Werk nicht nur einen Strukturentwicklungsprozess erfolgreich
durchlaufen, sondern sich auch eine neue Satzung gegeben, die modernen
Anforderungen von Corporate Governance und Transparenz entspricht. Gohde hat
stets kritische Fragen gestellt und selbst weit vorausgedacht.
Jürgen Gohde bekam im Jahr 2003 die Ehrendoktorwürde der
Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg verliehen. Im selben Jahr
erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der
Bundesrepublik Deutschland. Die Begründung der Diakonie im christlichen Glauben
war für ihn treibende Kraft.
Der Diakonische Rat und die Diakonische Konferenz danken
Pfarrer Dr. h.c. Jürgen Gohde für seinen entschiedenen Einsatz und wegweisende
Impulse. Sie wünschen ihm alles Gute.“
„Klaus-Dieter Kottnik ist heute zum neuen Präsidenten des
Diakonischen Werkes der EKD gewählt worden. … Der Diakonische Rat gratuliert
Herrn Kottnik zu seiner Wahl! Dieses Amt stellt hohe Anforderungen an die
Person des Präsidenten gerade in Zeiten, in denen unser Sozialstaat vor großen
Herausforderungen und Umbrüchen steht. Wir wünschen Herrn Kottnik eine gute
Hand bei allen Entscheidungen, viel Kraft und Gottes reichen Segen für die vor
ihm liegende Aufgabe. An dieser Stelle danken wir auch Annegrethe Stoltenberg
und Johannes Stockmeier, die sich ebenfalls zur Wahl gestellt haben, für ihre
Bereitschaft, sich der genannten Herausforderung zu stellen und wünschen auch
ihnen weiterhin Gottes Segen für die Fortführung ihrer Aufgaben.“
Im Auftrag unseres Bistums und unserer alt-katholischen
Diakonie habe ich Herrn Jürgen Gohde bereits tags zuvor in einer kleinen
Feierstunde unsere eigenen guten Wünsche überbracht und natürlich ebenfalls dem
neu gewählten Präsidenten, Herrn Klaus-Dieter Kottnik, von alt-katholischer
Seite Unterstützung zugesagt, wo dies möglich ist. In seinem Statement kurz
nach der Wahl sagte Kottnik, dass ihm als Präsident daran liegt, „die Diakonie
als evangelische Stimme in grundsätzlichen und tagespolitischen Themen der
sozialstaatlichen Entwicklung deutlich vernehmbar zu machen.“
Ich kann mir vorstellen und wünsche dies, dass auch immer
wieder ein alt-katholisches Profil in Bezug auf sozialethisches Denken und Handeln
deutlich wird!
Klaus Rudershausen