>> Archiv Positionen 2016

Positionen Januar 2016 von Harald Klein

Das Leben ist eine Zugreise, verehrte Hörerinnen und Hörer. Im vergangenen Herbst bin ich an einem Tag mit der Bahn von einer Stadt in Niederbayern nach Rosenheim gefahren. Eigentlich nicht Besonderes. Und trotzdem habe ich auf dieser Fahrt ein Wunder erlebt, jedenfalls möchte ich es mal so benennen. Und noch lange hab ich Anlass gehabt, darüber nachzudenken.

Ich bin also an diesem Herbsttag beim Startpunkt in den Zug eingestiegen. Vorn an der Lokomotive stand zwar als Fahrtziel „Mühldorf" und nicht „Rosenheim". Aber ich dachte: Naja, dann steigst du eben in Mühldorf um. Ich nahm also Platz und fuhr los. Besser gesagt: Der Zug fuhr los. Oder noch genauer gesagt: Der Zug zuckelte los. Es ging gemächlich einher. An jeder Bahnstation wurde haltgemacht. Und irgendwann kamen wir dann in Mühldorf an. Und die Durchsage kam: „Dieser Zug endet hier." ‘Naja,’ dachte ich, ‘das kann ja heiter werden.’ Was dann aber nicht kam, war die übliche Aufforderung: ‘Bitte verlassen Sie den Zug.’ Also blieb ich tapfer sitzen und wartete ab. Es dauerte ein paar Minuten. Und dann sagte auf einmal die Lautsprecherstimme: „Achtung, dieser Zug ist nun ein Regio-Zug von Mühldorf nach Rosenheim." Oha, wie das denn?! Ich fing an zu grübeln.

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Positionen Februar 2016 von Michael Edenhofer

Liebe Hörerinnen und Hörer!

 

„Sehnsucht nach dem Paradies“,

so lautete der Titel des Musicals über König Ludwig II, das vor einigen Jahren in Füssen aufgeführt wurde.

 

König Ludwig hat auf seine Weise versucht, sich ein Paradies aufzubauen.

Er hat seine Träume vom Paradies in den grandiosen Märchenschlössern Neuschwanstein, Schloss Linderhof, Schloss Herren- Chiemsee zu verwirklichen versucht.

 

Ob er aber darin das Glück, das Paradies, gefunden hat, wissen wir nicht.

 

„Sehnsucht nach dem Paradies“,

mich hat dieser Titel sehr angesprochen, weil ich glaube, dass dies die Ursehnsucht aller Menschen ist.

 

Was alle Menschen dieser Welt gemeinsam haben, ist diese Sehnsucht  nach Leben, nach dem vollen und geglückten Leben, im Bild gesprochen, die Sehnsucht nach dem Paradies.

 

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Positionen April 2016 von Dr. André Golob

Liebe Zuhörerin, lieber Zuhörer,

die Bibel ist ein orientalisches Buch. Und wie es bei den meisten orientalischen Dichtungen der Fall ist - denken wir z.B. an die Märchen aus 1001 Nacht - ist sie voll von Bildern und Symbolen, die es zu erkennen und deuten gilt. Man macht einen großen Fehler und verkennt den wunderbaren Schatz der Bibel, nimmt man sie wortwörtlich.

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Positionen Mai 2016 von Harald Klein

Ich weiß noch sehr genau, verehrte Hörerinnen und Hörer, dass ich als Kind so eine große Kiste hatte, eine Spielzeugkiste. In die kam alles rein, was zu meinen Schätzen zählte: ein uralter Teddybär, Spielzeugautos, Bauklötze, ein Kreisel, Bilderbücher, ein Säckchen mit Murmeln, ein kleiner Ball, ein Zauberstab, ein Affe, den man aufziehen konnte, und so weiter. Alles in dieser einen Kiste. Interessant war, dass diese Kiste im Laufe der Zeit zwar einen weitgehend gleichen Gesamtinhalt hatte, dass aber der Ort, die Tiefe, in der die einzelnen Teile verstaut waren, wechselte. Es hatte mit Mode zu tun, mit meiner ganz persönlichen Mode. Manchmal spielte ich wochenlang mit einem bestimmten Gegenstand, zum Beispiel nur mit Autos, und dann war monatelang das Konstruieren mit Bauklötzen an der Reihe. Der alte abgenutzte Teddybär, der konnte eine ganze Jahreszeit verschwunden sein in den Tiefen, und dann auf einmal wurde er wieder ganz aktuell und befand sich dauernd oben, direkt an der Oberfläche.

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Positionen Juli 2016 von Hans-Jürgen Pöschl

Ab und zu, verehrte Hörerinnen und Hörer, habe ich in Bonn zu tun. Dort befindet sich das alt-katholische Seminar der Universität Bonn, und auch unser Bischof hat in dieser Stadt seinen Sitz. Jedesmal, wenn ich dort bin, gehe oder radle ich auch durch die Rheinaue, ein groß angelegtes Parkgelände, das im Zusammenhang mit einer Bundesgartenschau entstanden ist.

Dort befindet sich auch ein Blindengarten, (der 1983 eröffnet wurde): Die Beete – mit meist besonders intensiv duftenden Pflanzen – sind erhöht und die erläuternden Schilder in Blindenschrift verfasst, z.B. Thymian, Pfingstrose, Nelke, Rosmarin usw. Das Berühren ist ausdrücklich erlaubt.

Besonders beeindruckt mich aber eine Skulptur (des Bildhauers Richard Engels), die im Eingangsbereich des Blindengartens aufgestellt ist: Ein Elefant, der von verschiedenen Menschen neugierig betastet wird.

Zu dieser Skulpur – bei der das Anfassen übrigens ausdrücklich erwünscht ist – gibt es auch eine Geschichte:

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Positionen August 2016 von André Golob

Waren sie, verehrte Hörerinnen und Hörer, schon einmal in Jerusalem? Ich war vor drei Jahren dort, mit einigen Mitgliedern meiner Gemeinde – es war beeindruckend. Eine heilige Stadt für drei Religionen: Juden, Christen und Moslems.  Eine Stadt, die Religionen verbinden könnte, sie aber dennoch trennt. Am stärksten merkt man das am Felsendom unweit der Klagemauer.

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Positionen Oktober 2016 von Harald Klein

Manchmal, verehrte Hörerinnen und Hörer, sind es gerade die kleinen Dinge, die das Leben angenehmer und stimmiger machen. Es gibt Maschinen, Gerätschaften, die riesig sind und beeindruckend. Aber für den Alltag sind eben doch oft die anderen, die unscheinbaren und eher winzigen die wertvollen. Ich denke da zum Beispiel an eine Büroklammer. Jeder von uns hat sie wohl irgendwo in Gebrauch. Ob im Familienarchiv, in Lose-blätter-Sammlungen, in Schatzkisten, Dokumentordnern oder privaten Mappen. Büroklammern sind nützlich, hilfreich. Sie verknüpfen Dinge, die zwar zusammen gehören aber nicht verbunden sind. Sie verwahren Anhängsel, Belege, Hintergrunddinge, die für sich keinen wirklichen Standort hätten.

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Positionen November 2016 von Daniel Saam

Verehrte Hörerinnen und Hörer!

Heute ist Silvester – quasi. Mit dem heutigen Sonntag geht für die verschiedenen Kirchen evangelischer und katholischer Tradition das Kirchenjahr zu Ende. Am kommenden Sonntag, dem ersten Advent, beginnt dann das neue Kirchenjahr.

Viele Menschen nutzen den üblichen Silvestertag, die Silvesternacht, um auf das alte Jahr zurückzuschauen. Sie ziehen Bilanz, denken an wichtige oder einschneidende Ereignisse und nehmen das kommende Jahr, vielleicht mit dem ein oder anderen Vorsatz, in den Blick. Darf ich Sie einladen, einmal mit mir den heutigen Tag wie den Abschluss eines weltlichen Jahres zu betrachten?

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