Bayern

Alt-Katholische Kirche zwischen Fichtelgebirge und Allgäu

Geschmückter Altar bei den Dekanatstagen 2006
Pfarrer Siegfried Thuringer, München
Dekan Michael Edenhofer, Kempten

 

Auf diesen Seiten begrüßen Sie der Landessynodalrat mit Präsident Pfr. Siegfried Thuringer, als staats- und kirchenrechtliche Vertretung der alt-katholischen Kirche in Bayern

 

 

 

 

 

 

und Dekan Michael Edenhofer als Vertretung der Gemeinden und Pfarrer des Dekanats.

Begrüßung durch den Dekan

Herzlich darf ich Sie auf der Webseite der Alt-Katholischen Kirche Bayern begrüßen. Wir sind eine kleine Kirche, die aber wichtige Ziele verkörpert und gerade hier in Bayern umsetzen möchte.

Seit 1873 gibt es die Alt-Katholische Kirche in Deutschland, und im Gegensatz zum ersten Eindruck unseres Namens sind wir eine Reform-Kirche und nicht eine nur rückwärts gewandte Kirche.

Alt-Katholisch bedeutet, dass wir die Zukunft angehen möchten im freiheitlichen Sinn der alten und frühen Kirche. Wir widersprechen allen absolutistischen Versuchen, Kirche als Herrschaftsraum aufzubauen. Christlicher Glaube und Nachfolge Jesu sind  eine Sache des persönlichen Gewissens und nicht der unfehlbaren Anordnung. Zweifellos braucht der Einzelne in der Kirche auch Hilfe und Anleitung; es muss nach unserer Ansicht also gemeinsame Synoden und für alle verbindliche Rahmenbeschlüsse geben, damit nicht der Kern der christlichen Botschaft in reine Beliebigkeit verwandelt wird. Aber nie dürfen die Richtlinien den Charakter des gemeinsamen Suchens aufgeben, nie darf ein Stand oder Amt in der Kirche davon ausgehen, ewige Wahrheiten definieren und anordnen zu können.

Im Lauf ihrer Geschichte hat die Alt-Katholische Kirche manche Reformen demokratisch (genauer: synodal) entschieden und durchgeführt, um der ursprünglichen Botschaft und der heutigen Zeit gerecht zu werden. Direkt zu Beginn waren das die Abkehr von der tridentinischen Liturgie, die Aufhebung des Zwangszölibats, der Beichtverpflichtung und jeglicher Ablasslehre. In letzter Zeit betraf es vor allem Fragen der Gleichberechtigung und der Zulassung von Frauen zu den kirchlichen Ämtern. Schon immer engagierten sich Altkatholiken für die Ökumene und haben gemeinsam mit anderen Kirchen die „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen“ an vielen Orten in Deutschland aufgebaut.

In Bayern hat es allerdings lange gedauert, bis es staatlicherseits überhaupt erlaubt wurde, alt-katholisch sein und leben zu können. Zu sehr ist auch heute noch bayerisches Denken und römisch-katholische Interessenslage verquickt. Wir wollen nicht die römisch-katholische Welt abschaffen oder verhindern, wir wollen sie aber sehr wohl durch ein am christlichen Ursprung ansetzendes Denken in Frage stellen und eine Alternative bieten.

Wir nennen uns „katholisch“, einmal weil wir das Wort im alten freien Sinn verstehen (weit und aufs Ganze bezogen), zum zweiten aber auch, weil wir im Zusammensein der Konfessionen manche katholischen Traditionen  als richtig ansehen wie zum Beispiel viele liturgischen Grundformen, das Verständnis von Taufe, Eucharistie und Ehe, sowie die Sicht des kirchlichen Amtes als glaubensmäßige Beauftragung. Auch spirituell haben wir Nähe zur katholischen Tradition und anderen „katholischen“ Kirchen wie z.B. den Anglikanern. Nähere Informationen zu Wesen und Lehre der alt-katholischen Kirche und ihrer Geschichte finden Sie natürlich auf der Seite unseres Bistums (Sitz des Bischofs ist Bonn).  

 

Die Konferenz der Alt-Katholischen Pfarrer und Pfarrerinnen von Bayern hat im Sommer 2007 den "Förderkreis der Alt-Katholischen Kirche in Bayern" gegründet. Diesem Förderkreis können Sie auch angehören, wenn sie nicht alt-katholisch sind. Näheres dazu finden Sie auch auf dieser Homepage.

Michael Edenhofer, Dekan